Ärzte Zeitung online, 03.08.2012

Westfalen-Lippe

Apotheker vermuten "schlechten Scherz"

MÜNSTER (akr). Die Apotheker in Westfalen-Lippe fühlen sich durch die Pläne der Bundesregierung, die Vergütung pro abgegebener Packung um 25 Cent zu erhöhen, veräppelt.

"Das kann nur ein schlechter Scherz sein", sagt der Vizepräsident der Kammer René Graf. Die von der Politik vorgesehene Erhöhung für die Apotheker entspreche einer Steigerung von drei Prozent in neun Jahren.

"Würde man das den Lokführern anbieten, stünde unser Land neun Jahre lang still", sagt er. Graf fordert das Vierfache der von der Politik vorgesehenen Erhöhung.

Seit 2004 bekommen Apotheker unabhängig vom Preis für verschreibungspflichtige Medikamente pro Packung eine Vergütung von 8,10 Euro. Davon gehe ein Großkundenrabatt von 2,05 Euro ab, sagt Graf.

"Faktisch brauchen wir 9,14 Euro", sagt er. Die Kosten der Apotheken seien erheblich gestiegen. "Viele auferlegte Verwaltungs- und Dokumentationsarbeiten, die wir für die Krankenkassen erledigen, verursachen Mehrkosten."

Die Apotheken seien keine Kostentreiber im Gesundheitswesen. "Nur 2,3 Prozent der Ausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung gingen 2011 an die Apotheken", betont er.

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Arzneimittelpolitik (6902)

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