Ärzte Zeitung, 12.11.2012

Kommentar zum Zwangsrabatt

Begründung gefordert

Von Wolfgang van den Bergh

Damit war zu rechnen. Nachdem die Koalition die Geld-Schleusentore einen Spalt weit geöffnet hat, wie bei der Praxisgebühr und beim Betreuungsgeld, werden weitere Forderungen laut.

Klinikvertreter pochen darauf, die Kassen-Überschüsse "zuallererst" dort einzusetzen, wo sie weggenommen worden seien, so DKG-Chef Dänzer. Und auch die Industrie lässt nicht locker.

Im September mahnten die forschenden Pharma-Unternehmen, dass der neu entbrannte Verteilungskampf nicht durch gesetzlich verordnete Milliardenbeträge der Industrie finanziert werden dürfe.

Das Ende des Zwangsrabatts gehöre auf die politische Agenda. Diese Forderung ist ebenso legitim wie die Forderung des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie, der nun präzise wissen will, wie das Gesundheitsministerium die Herstellerabschläge und das Preismoratorium begründet.

Sie fordern "Akteneinsicht". Daniel Bahr verweist derweil auf die im internationalen Vergleich immer noch zu hohen Preise in Deutschland und will die AMNOG-Effekte abwarten.

Wer so argumentiert, stellt selbst das Auslaufen von Moratorium und Abschlag Ende 2013 zur Disposition.

Lesen Sie dazu auch:
Pharma-Zwangsrabatte: BPI-Spitze pocht auf Informationen

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Im Sushi war der Wurm drin

Der Hinweis aufs Sushi brachte die Ärzte auf die richtige Spur. Statt den Patienten wegen Verdachts auf akutes Abdomen zu operieren, führten sie eine Gastroskopie durch. mehr »

Alle wichtigen Videos vom Ärztetag

Digitalisierung, Angst vor Veränderung, Wunschminister: Die Ärztezeitung fasst für Sie die wichtigen Themen des Ärztetags in kurzen Videos zusammen. mehr »

Importierte Infektionen führen leicht zu Diagnosefehlern

Wann muss ein Arzt für eine Fehldiagnose gerade stehen? In einem aktuellen Fall entschied das Oberlandesgericht Frankfurt gegen einen Arzt. mehr »