Ihre Meinung ist gefragt: Machen Sie bei unserer Online-Umfrage mit!

Ärzte Zeitung online, 05.12.2012

Warnung

Wieder Sibutramin in Schlankheitsmitteln

DARMSTADT (run). Zahlreiche Schlankheitsmittel asiatischer Herkunft, die aktuell im Internet angeboten werden, enthalten wieder den nicht auf der Packung genannten gefährlichen Wirkstoff Sibutramin. Darauf weist das Regierungspräsidium Darmstadt hin.

Anlass sind aktuelle Untersuchungen von Produkten, die beim Postverteilzentrum am Frankfurter Flughafen sichergestellt wurden. Dabei wurden "Fruta Bio Kapseln", "Graces Slim Kapseln" und "Natural max Slimming Kaps" auf den verschreibungspflichtigen Inhaltsstoff Sibutramin positiv getestet.

In den ebenfalls untersuchten Präparaten "Secret Doomz Kapseln "und "Yuren Slim Kapseln" seien neben Sibutramin sogar noch weitere gesundheitsgefährdende Stoffe enthalten gewesen.

Seit 2010 in EU nicht mehr vertrieben

Regierungspräsident Johannes Baron warnt daher zum wiederholten Mal vor dem Bezug von Arzneimitteln aus dubiosen Quellen: "Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen und Regelungen zum Schutz vor Arzneimittelfälschungen kommt es letztlich auf den kritischen Umgang des Verbrauchers mit dem Internet an."

Wer Warnungen ignorierte und beim vermeintlich günstigen Internethändler im Ausland bestelle, nehme die mit gefälschten oder gepantschten Arzneimitteln einhergehenden Risiken in Kauf.

Arzneimittel mit dem Wirkstoff Sibutramin werden zum Beispiel in der EU seit Beginn des Jahres 2010 wegen erheblicher Nebenwirkungen nicht mehr vertrieben.

Bereits vorher war die Anwendung nur unter ärztlicher Überwachung zulässig, da er zum Beispiel bei Schilddrüsenüberfunktion, Angina pectoris, Schlafstörungen, Bluthochdruck, Epilepsie, Herzrhythmusstörungen und Störungen der Leber- und Nierenfunktion oder bei paralleler Einnahme von Antidepressiva und Neuroleptika kontraindiziert war, wie Baron betont.

Er verweist in diesem Zusammenhang auf Studien, die vor allem für Herz-Kreislauf-Patienten ein deutlich erhöhtes Herzinfarkt-Risiko aufgezeigt hätten; eine US-Studie liste sogar 34 Todesfälle durch den Arzneistoff auf.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Personal-Notstand auf deutschen Intensivstationen

Auf deutschen Intensivstationen fehlen mehr als 3000 Spezialpflegekräfte. Die Krankenhäuser wollen reagieren. Das Personal denkt über einen Großstreik nach. mehr »

HIV-Impfung generiert Immunantwort

Eine Impfung gegen HIV ist in frühen klinischen Studien. Erste Ergebnisse sind positiv. mehr »

Warum die Putzhilfe glücklich macht

Putzen, Wäsche waschen, Kochen: Viele Menschen empfinden all das als nervige Pflichten. Wer Geld hat, kann andere für sich arbeiten lassen - und fühlt sich dann zufriedener. Das haben Forscher herausgefunden. mehr »