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Ärzte-Zuwendungen

Pharmakodex kommt bis Sommer

Schärferer Kodex für ganz Europa: Leistungen von Ärzten für die Industrie werden offen gelegt.

Veröffentlicht:

BERLIN. Die forschenden Arzneimittelhersteller haben erneut angekündigt, ihre Zahlungen an Ärzte offenzulegen.

Bis zum Sommer werde es einen entsprechenden Transparenz-Kodex des europäischen Pharmadachverbandes EFPIA geben, sagte die Sprecherin des Verbandes der forschenden Arzneimittelhersteller (vfa), Susan Knoll.

"Es hilft wenig, die jeweils andere Seite aufzurufen, tätig zu werden, so als hätte man selbst schon 'alle Hausaufgaben' gemacht. Es ist vielmehr notwendig, gemeinsam Regeln aufzustellen und Verfahren zu klären, die dem Ziel der Korruptionsbekämpfung in der Praxis dienen und wirksam helfen, Korruption zu bekämpfen", sagte vfa-Hauptgeschäftsführerin Birgit Fischer der "Ärzte Zeitung".

"vfa und Bundesärztekammer sind im Gespräch, um genau das zu erreichen: Das Verabreden und Vereinbaren gemeinsamer Regeln und möglicher Sanktionen."

Reaktion auf Urteil des BGH

Hintergrund für diese Pläne ist ein Urteil des Bundesgerichtshofes aus dem Sommer 2012. Demnach machen sich Ärzte, die Gelder von Pharmafirmen annehmen, nicht wegen Bestechlichkeit strafbar.

Kurz darauf hatte daher der europäische Pharmadachverband EFPIA angekündigt, die finanziellen Zuwendungen an Ärzte offen zu legen.

"Pharmaindustrie hat jetzt die Chance"

Der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Jens Spahn, bezeichnete die erneute Ankündigung als einen Schritt in die richtige Richtung. Allerdings erwarte die schwarz-gelbe Koalition größere Schritte von der Pharmabranche.

Der GKV-Spitzenverband kündigte an, die Umsetzung der Offenlegung kritisch zu verfolgen. "Die Pharmaindustrie hat jetzt die Chance zu zeigen, dass sie es ernst meint", sagte Verbandssprecher Florian Lanz.(sun)

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