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Kongress, 07.06.2013

Arzneimittel

vdek will nicht nur auf Kosten schauen!

BERLIN. Professor Bertram Häussler vom Berliner IGES Institut geht von einem Innovationsschub bei Arzneimitteln in den kommenden zehn Jahren aus.

In jüngster Zeit seien mehr Innovationen auf den Markt gekommen, mit deren Patentauslauf erst in einigen Jahren zu rechnen sei, machte er am Donnerstag beim Hauptstadtkongress deutlich. Daher prognostiziert der Mediziner auch steigende Arzneiausgaben,

"Wir dürfen uns nicht nur von den Kosten leiten lassen. Wir können uns auch teure Behandlungen leisten, wir brauchen aber vorher den Nachweis, dass es etwas nutzt", sagte Ulrike Elsner, Vorstandschefin des Ersatzkassenverbands.

Aus Sicht der Pharmaindustrie stellt sich dies anders dar: In der Diskussion werde der volkswirtschaftliche Nutzen von Arzneimittelherstellern ausgeblendet, sagte Birgit Fischer, Hauptgeschäftsführerin beim Verband der forschenden Arzneimittelhersteller (vfa). Ignoriert werde auch, dass Medikamente einen großen Beitrag zur Vernetzung innerhalb der Forschung leisteten, so Fischer.

Sie plädierte dafür, die Zusammenarbeit von Wirtschaft und öffentlichen Forschungseinrichtungen auszubauen.

Der Anteil öffentlicher Einrichtungen ist bisher sehr gering, das Bundesforschungsministerium fördert diesen Sektor nach eigenen Angaben mit rund zwei Milliarden Euro pro Jahr. Die Pharmaindustrie in Deutschland investiere 5,2 Milliarden Euro pro Jahr, so Fischer.

Auch das BMBF will Kooperationen von öffentlicher und privater Forschung stärken, sagte Staatssekretär Dr. Helge Braun. So sollten Forschungsergebnisse schneller in der Praxis ankommen.

Höhere Hürden hat das Ministerium für die Förderung der Präventionsforschung gesetzt. Zwar stellt ein neues Programm 120 Millionen Euro zur Verfügung. Bisher lieferten Präventionsmaßnahmen aber nur "traurige Ergebnisse, (...) Langzeitwirkungen liegen unter der statistischen Nachweisgrenze", so Braun. (jvb)

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