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Ärzte Zeitung, 17.10.2013

August

Arzneiausgaben im Rhythmus

Weniger Arzneipackungen, höhere Kosten: Im August haben die Kassen wieder etwas mehr für Arzneien ausgegeben. Seit Jahresbeginn addieren sich die Mehrausgaben aber auf 4,7 Prozent.

Von Florian Staeck

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FRANKFURT/MAIN. Vertragsärzte haben im August Arzneimittel und Testdiagnostika im Wert von 2,512 Milliarden Euro verordnet. Das entspricht einem Zuwachs von drei Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, meldet das Beratungsunternehmen IMS Health.

Die Zahl der abgegebenen Packungen sank im gleichen Zeitraum um 1,6 Prozent auf knapp 52 Millionen. Dabei muss berücksichtigt werden, dass der August einen Arbeitstag weniger hatte als der Vorjahresmonat. Zudem waren noch rund in der Hälfte der Bundesländer Sommerferien.

Betrachtet man die Ausgabenentwicklung seit Januar, so ergibt sich für die GKV ein Anstieg um 4,7 Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2012. Die Gesamtausgaben betrugen bisher 20,97 Milliarden Euro, ohne Impfstoffe sind es 20,47 Milliarden Euro.

Zwangsrabatte von Herstellern und Apotheken zugunsten der Kassen sind dabei berücksichtigt, nicht dagegen Einsparungen aus Rabattverträgen und Patientenzuzahlungen.

Impfstoffmarkt stagniert

Die Entwicklung im August folgt dem seit Monaten zu beobachtenden Rhythmus: Ein Ausgabensprung zu Beginn des Quartals - gefolgt von moderatem Wachstum im weiteren Verlauf des Quartals.

Für Impfstoffe haben die Krankenkassen im August rund 61 Millionen Euro gezahlt, ein Plus von 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Im kumulierten Jahresverlauf stagniert der gesamte Impfstoffmarkt bei Ausgaben von insgesamt 502,7 Millionen Euro. Das entspricht einem marginalen Anstieg von 0,3 Prozent.

Starke Veränderungen zeigen sich nach Angaben von IMS Health beim genaueren Blick auf einzelne Gruppen von Arzneimitteln.

Patienten mit Krebs oder Erkrankungen des Immunsystems werden immer häufiger mit innovativen Therapien ambulant behandelt - Indiz dafür sind die Wachstumsraten bei Antineoplastika (plus 17,1 Prozent) oder bei Immunsuppressiva (plus 17,4 Prozent).

293 Millionen Euro Nachlass für PKV

Analog zur Marktentwicklung hat im Jahresverlauf auch der Zwangsrabatt für Arzneimittelhersteller zugelegt, und zwar um vier Prozent auf 1,715 Milliarden Euro.

Die Privatassekuranz profitierte im Umfang von 293 Millionen Euro von den Nachlässen der Hersteller.

Deutlich zurückgegangen sind die Zwangsrabatte der Apotheker. Sie sanken um elf Prozent auf 739 Millionen Euro. Insgesamt haben diese zwangsweisen Nachlässe die GKV im laufenden Jahr bisher um rund 2,5 Milliarden Euro entlastet.

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