Ärzte Zeitung online, 08.04.2014

Resistenzen

Mehr Investitionen in neue Antibiotika gefordert

"Künftig neue Antibiotika zu entwickeln, kann nicht mehr nach dem bewährten System geschehen", sagt Ingrid M. Hack vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Bonn. Forscher der Uni Bonn fordern mehr Investitionen in neue Antibiotika (Trends in Microbiology 2014; 22, (4), 165-167).

Dies könnte durch eine gemeinsame Anstrengung von Wissenschaftlern, pharmazeutische Unternehmen und Regierungen auf globaler Ebene erfolgen, damit die Entwicklung neuer Wirkstoffe mit der Resistenzbildung der Erreger Schritt hält.

"Es ist nur eine Frage der Zeit, bis bakterielle Krankheitserreger gegen Antibiotika resistent werden", wird Dr. Till F. Schäberle vom Institut für Pharmazeutische Biologie der Uni Bonn in einer Mitteilung zur Veröffentlichung zitiert. Es reiche nicht aus, sparsam mit der Verordnung von Antibiotika umzugehen.

"Wir brauchen mehr Investitionen der Pharmaindustrie in die Entwicklung neuer Wirkstoffe", ergänzt Arbeitsgruppenleiterin Professor Gabriele M. König.

Auf die Bedeutung der Grundlagenforschung verweist Professor Hans-Georg Sahl von der Pharmazeutischen Mikrobiologie der Universität Bonn: "Darauf setzt die Entwicklung neuer Wirkstoffe durch die Industrie auf."

Anstrengung global angehen

Als eine politische Herausforderung versteht Mitautorin Ingrid M. Hack vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) die aktuelle Situation. "Künftig neue Antibiotika zu entwickeln, kann nicht mehr nach dem bewährten System geschehen", wird sie in der Mitteilung zitiert.

Die Firmen erklärten, mit der Entwicklung neuer Antibiotika nicht mehr genügend Geld zu verdienen. Wissenschaft, Industrie und Regierungen sollten deshalb gemeinsam in Form einer Public Private Partnership an einem Strang ziehen.

Schäberle schlägt vor, diese Anstrengung global anzugehen, um Kräfte zu bündeln. "Wir müssen die Entwicklung neuer Antibiotika intensivieren, weil die Bakterien nicht aufhören werden, gegen Wirkstoffe unempfindlich zu werden." (eb)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hypertonie in jungen Jahren erhöht Risiko für den Nachwuchs

Das Alter, in dem sich ein Bluthochdruck manifestiert, beeinflusst nicht nur die persönliche Prognose eines Patienten, sondern wohl auch das Erkrankungsrisiko seiner Kinder. mehr »

Medienanamese künftig Bestandteil der U-Untersuchungen?

Schon bei Babys und Kleinkindern machen sich die Folgen übermäßigen Medienkonsums bemerkbar. Das geht aus der neuen BLIKK-Studie hervor. Pädiater reagieren besorgt. mehr »

Deutsche überschätzen Ebola-Gefahr und unterschätzen Masern

Im Mittelpunkt medialer Berichterstattung stehen meist große globale Bedrohungen wie Ebola und Zika. Doch Experten haben ganz andere übertragbare Erkrankungen im Visier. mehr »