Ärzte Zeitung online, 19.10.2015

Hepatitis C-Präparate

1,4 Milliarden Euro extra

Die Rahmenvorgabe 2016 für regionale Arzneivereinbarungen wird dominiert von einem Sonderposten für neue Hepatitis C-Präparate.

BERLIN. Kassen und KBV gehen davon aus, dass die Arzneimittelausgaben 2016 im Vergleich zum laufenden Jahr um 3,7 Prozent steigen werden. Das entspricht rund 1,2 Milliarden Euro. Dieser Gesamtwert ergibt sich aus der Addition mehrerer Komponenten. Dazu gehört die Steigerungsrate für den Einsatz innovativer Arzneimittel, die mit 3,5 Prozent angenommen wird.

Die Preisentwicklung wird für 2016 mit minus 0,3 Prozent angenommen. Mehrausgaben, die durch die Verlagerung zwischen Leistungsbereichen entstehen, schlagen laut den Rahmenvorgaben mit einem Plus von 0,5 Prozent zu Buche.

Sonderausgabevolumen

Zusätzlich haben die Vertragspartner ein Sonderausgabenvolumen festgelegt, das die Arzneimittelkosten für die Behandlung von Patienten mit chronischer Hepatitis C decken soll. Es wird für 2016 auf 1,4 Milliarden Euro geschätzt.

Die KBV betont, dieser Sonderposten steigere das Richtgrößenvolumen nicht und gehe auch nicht die fachgruppenspezifischen Richtgrößen ein. Damit werden die Ausgaben für diese Hepatitis C-Medikamente erstmals nicht mehr prozentual ausgewiesen, sondern als Euro-Betrag vor die Klammer gezogen.

Gleiches geschieht rückwirkend für das laufende Jahr: Hier war im Oktober 2014 ein Sondervolumen von drei Prozent angenommen worden, das entsprach rund einer Milliarde Euro. Der neuen Systematik folgend, haben Kassen und KBV nun vereinbart, auch für 2015 einen eigenen Ausgabenposten für neue Hepatitis C-Präparate in Höhe von 1,4 Milliarden Euro festzulegen.

Anpassungsfaktoren festlegen

Im Jahr 2014 betrugen die Ausgaben für diese neue Medikamentengruppe 590 Millionen Euro. Aufgabe der regionalen Vertragspartner wird es sein, eigene Anpassungsfaktoren hinsichtlich der Zahl und Altersstruktur der Versicherten sowie zu Zielvereinbarungen und Wirtschaftlichkeitsreserven festzulegen.

Bei Heilmitteln gehen die Vertragspartner für 2016 von einer Steigerung des Ausgabenvolumens von 3,7 Prozent aus - rund 195 Millionen Euro. Dabei machten sie zur Vorgabe, dass 0,1 Prozent davon in den KV-Regionen für eine intensivere geriatrische Heilmittelbehandlung eingesetzt wird.

Mehrausgaben werden vor allem aufgrund der neuen geriatrischen Institutsambulanten erwartet. Auch bei Heilmitteln wurden rückwirkend Anpassungen für 2015 vereinbart. Als Folge steigen die regionalen Ausgabenvolumina um 0,8 Prozent. (fst)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hypertonie in jungen Jahren erhöht Risiko für den Nachwuchs

Das Alter, in dem sich ein Bluthochdruck manifestiert, beeinflusst nicht nur die persönliche Prognose eines Patienten, sondern wohl auch das Erkrankungsrisiko seiner Kinder. mehr »

Medienanamese künftig Bestandteil der U-Untersuchungen?

Schon bei Babys und Kleinkindern machen sich die Folgen übermäßigen Medienkonsums bemerkbar. Das geht aus der neuen BLIKK-Studie hervor. Pädiater reagieren besorgt. mehr »

Deutsche überschätzen Ebola-Gefahr und unterschätzen Masern

Im Mittelpunkt medialer Berichterstattung stehen meist große globale Bedrohungen wie Ebola und Zika. Doch Experten haben ganz andere übertragbare Erkrankungen im Visier. mehr »