Ärzte Zeitung online, 22.12.2015

Schmerzbehandlung

Immer mehr Menschen wollen Cannabis

2015 verzeichnete das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte eine sehr deutliche Steigerung der Anträge auf legalen Kauf von Cannabis.

BERLIN/ERFURT. Die Zahl der Anträge auf einen legalen Kauf von Cannabis zur Schmerzbehandlung ist in diesem Jahr deutlich gestiegen. Seit Januar stellten 394 Patienten einen Antrag auf eine Ausnahmeerlaubnis für Cannabis zu medizinischen Zwecken beim zuständigen Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), berichtete die "Thüringer Allgemeine".

Die Zeitung berief sich auf eine Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Anfrage der Linken im Bundestag.

"Wir stellen in diesem Jahr eine deutliche Steigerung der Zahl der Anträge fest", sagte eine Sprecherin des Instituts der Zeitung. 2014 seien noch 239 Anträge gestellt worden. Seit 2005 seien insgesamt 954 Anträge auf eine Ausnahmeerlaubnis eingegangen. Damit entfallen über 40 Prozent aller gestellten Anträge auf das laufende Jahr 2015.

Über die Ursachen des Anstiegs konnte das Institut keine Angaben machen. Insgesamt verfügen nach BfArM-Angaben derzeit 527 Patienten in Deutschland über eine Ausnahmeerlaubnis zum Kauf von medizinischem Cannabis, davon seien knapp 200 in diesem Jahr erteilt worden.

Nach einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts von 2005 können Schmerzpatienten, denen andere Therapiemethoden nachweislich nicht helfen, per Einzelfallentscheidung des Arzneimittelinstituts eine Erlaubnis zum Kauf von medizinischem Cannabis in der Apotheke erhalten.

Das Bundesgesundheitsministerium arbeitet derzeit an einer Neuregelung zur Versorgung und Kostenübernahme. (dpa)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Weiterbildung auch mit Kind zügig möglich - im Verbund!"

Eine strukturierte Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt für die "Ärzte Zeitung" auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »