Arzneimittel

Pharmahersteller weiter zu Rabatt gezwungen

Gesundheitsministerium fürchtet weiter steigende Zusatzbeiträge, Herstellerverbände sind ungehalten.

Veröffentlicht:

BERLIN. Das Bundesgesundheitsministerium hält am Preismoratorium und an den gesetzlichen Herstellerabschlägen auch für 2016 fest.

Das geht aus einer Bekanntmachung des BMG im Bundesanzeiger hervor.

Das Preismoratorium, das sich auf die Preisbasis vom 1. August 2009 bezieht sowie die Abschläge seien "ohne Änderung weiterhin erforderlich", heißt es.

Ohne diese Instrumente sei mit "mit deutlichen Mehrausgaben und einer weiteren Erhöhung des Zusatzbeitrags zu rechnen", wird zur Begründung angeführt.

Dass Hersteller nicht überproportional belastet werden, gehe aus der geringen Zahl an Ausnahmeanträgen hervor, die jährlich beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle genehmigt würden, heißt es weiter.

BPI verweist auf GKV-Finanzpolster

Die gesamtwirtschaftliche Lage spreche nicht gegen, sondern für eine Aufhebung von Preismoratorium und Abschlägen, kommentierte der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) den Schritt des Ministeriums.

Die Wirtschaft sei weiter in guter Verfassung, das Finanzpolster in der GKV liege bei 15 Milliarden Euro.

Er habe den Eindruck, dass die "Zwangsmaßnahmen gegen die pharmazeutische Industrie faktisch institutionalisiert werden", sagte BPI-Hauptgeschäftsführer Henning Fahrenkamp: "In welcher anderen Branche gibt es einen Preisstopp auf Basis sechseinhalb Jahre alter Preise?"

Nach Zahlen von IMS Health beliefen sich die Einsparungen der Krankenkassen in Folge des Preismoratoriums von Januar bis November 2015 auf 271 Millionen Euro. Die Abschläge auf patentgeschützte, festbetragsfreie Medikamente addierten sich im gleichen Zeitraum auf 1,12 Milliarden Euro.

Zusammen mit weiteren gesetzlichen Abschlägen, unter anderem Erstattungsbeträge als Folge der frühen Nutzenbewertung, haben die Hersteller bis einschließlich November Abschläge zu Gunsten der gesetzlichen Kassen in Höhe von 2,23 Milliarden Euro geleistet.

Hinzu kamen im gleichen Zeitraum Rabatte für die private Krankenversicherung, die sich auf 373 Millionen Euro beliefen. (fst)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Approbation

Berufszulassung für 377 Heilberufler in Thüringen

Gemeinsamer Bundesausschuss

Zusatznutzen für mehrere Orphan Drugs

Kommentare
PD Dr. Hans-Robert Böhme 02.02.201611:12 Uhr

Politische Pharmakologie

Die Argumentation mit Zahlen greift viel zu kurz. Es gibt wohl belegte fachliche Gründe,dass die von einem Dilettantenstadl inaugurierte Rabattpolitik in der Arzneimitteltherapie dem ganzen Volk und jedem einzelnen Patienten schadet.
s.a. www.drboehmeklipha.com Informationen für Fachkreise

* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Wissenschaft in Medizin übertragen

© Regeneron

Forschung und Entwicklung

Wissenschaft in Medizin übertragen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Regeneron GmbH, München

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Arzneiforschung: Von Innovationen profitieren nicht nur Patienten, sondern immer auch die Gesellschaft als Ganzes.

© HockleyMedia24 / peopleimages.com / stock.adobe.com

Nutzenbewertung

Arznei-Innovationen: Investition mit doppeltem Nutzen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa)
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Brustkrebs Symbolbild

© Sebastian Kaulitzki / stock.adobe.com

Risikoadaptiert und individualisiert behandeln

Frühes Mammakarzinom: So optimieren Sie die Therapie

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe
Eine Ärztin spricht mit einer Patientin.

© Siphosethu F / peopleimages.com / Stock.adobe.com

Krebsprävention durch Kommunikation

Zu Krebs halten sich Mythen und Irrtümer hartnäckig – Aufklärung tut not

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe
Drei Operateure in einem Operationssaal.

© Robert Kneschke / stock.adobe.com

Krebskongress

Tumorchirurgie: Geschlecht zählt auf beiden Seiten des Skalpells

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe