Direkt zum Inhaltsbereich

Arznei-Informationssystem

BPI und vfa –Arzt soll Therapiehoheit behalten

Die Pharmaverbände warnen davor, mit dem Arzt-Informationssystem zur Nutzenbewertung eine neue Form der Wirtschaftlichkeitsprüfung einzuführen.

Veröffentlicht:

BERLIN. Der Verband forschender Pharma-Unternehmen (vfa) und der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) plädieren dafür, dass Ärzte selbst bei der Gestaltung des geplanten Arzt-Informationssystems zu den Ergebnissen der frühen Nutzenbewertung eine tragende Rolle übernehmen und so auch ihre Freiheit und Verantwortung für die Arzneimitteltherapie behalten.

Vehement wenden sich die beiden Verbände gegen Versuche des GKV-Spitzenverbandes, über Erstattungspreise, die am Ausmaß des Zusatznutzens in Subpopulationen orientiert sind, in Kombination mit einer differenzierten Kodierung eine neue Form der Wirtschaftlichkeitsprüfung einzuführen.

"Was gute Therapieentscheidungen nicht brauchen, sind die Gängelung, Überwachung, Bürokratie und die Visualisierung von Regressszenarien der Kassen", sagte der stellvertretende BPI-Hauptgeschäftsführer Norbert Gerbsch am Freitag in Berlin. Therapieentscheidungen gehörten allein in die Hände von Arzt und Patient. Man dürfe sicher sein, dass Ärzte sich Informationen, die sie für ihre Therapie benötigten, recherchieren und auch lesen. Es sei sinnvoll, Informationen über den Zusatznutzen neuer Arzneimittel strukturiert in der Praxissoftware zugänglich zu machen. Der Arzt benötige aber das vollständige "Kartenmaterial".

Die Ergebnisse der Nutzenbewertung könnten nicht die einzige Informationsquelle bleiben, sagte auch vfa-Hauptgeschäftsführerin Birgit Fischer. Sie wies darauf hin, dass GBA-Beschlüsse von anderen Informationsquellen teils erheblich abweichen. So hat ein Vergleich der Bewertung neuer onkologischer Arzneimittel in Leitlinien und in GBA-Verfahren ergeben, dass der Zusatznutzen zu fast 40 Prozent unterschiedlich beurteilt werde. Fischer: "Ein vom GKV-Spitzenverband getriebenes Arzt-Informationssystem informiert nicht, sondern diktiert Verordnung."(HL)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Arzneimittelpolitik

AMNOG 2.0 statt nur Version 1.1: Warum Nutzenbewertung und Versorgungspraxis wieder näher zusammenrücken müssen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: AstraZeneca GmbH

Nutzenbewertung für Orphan Drugs

Erster Test für das EU-HTA-Verfahren: GBA bewertet Tovorafenib

Gemeinsamer Bundesausschuss

Kein Zusatznutzen für Dupilumab bei Urtikaria

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Eine Wissenschaftlerin hält eine rote, transparente Pille in der Hand. Im Vordergrund schwebt eine futuristische wissenschaftliche Benutzeroberfläche mit chemischen Formeln und Forschungsdaten.

© Scanrail / stock.adobe.com

Arzneimittelpolitik

AMNOG 2.0 statt nur Version 1.1: Warum Nutzenbewertung und Versorgungspraxis wieder näher zusammenrücken müssen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: AstraZeneca GmbH
Holzklötze mit Symbolen für verschiedene Versicherungsarten, dahinter eine Person im weißen Hemd.

© REDPIXEL / stock.adobe.com

Cancer is Changing

Medizinischer Fortschritt: „Zwei von drei Krebspatientinnen leben heute länger als fünf Jahre nach der Diagnose“

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BeOne Medicines Germany GmbH

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Erfahrungsberichte aus ärztlicher Perspektive

DiGADocs: Hausärzte testen Digitale Gesundheitsanwendungen für Kollegen

Klassifikation von Herztönen nach Auskultation

Zusammenarbeit Mensch und KI: Das Vertrauen kann täuschen

Lesetipps
Amyloid-Antikörper bindet an Nervenzelle.

© ustas / stock.adobe.com

Rückblick

Ein Jahr Alzheimer-Antikörper: Was sich getan hat

Richterhammer und Klemmbrett

© Andrii / Stock.adobe.com

Interview

EU AI Act: Was die neuen Transparenzpflichten für Praxen bedeuten

Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus

© iLexx / Getty images / iStock

Vergleich der Kreise

Wo MRSA-Infektionen besonders häufig sind