Ärzte Zeitung, 17.06.2015

Arzneimittelpreise

vfa widerspricht vehement Kassen-Studie

BERLIN. Der Verband forschender Pharmaunternehmen (vfa) hat nachdrücklich der These einer Studie im Auftrag des GKV-Spitzenverbandes widersprochen, wonach die Arzneimittelpreise in Deutschland trotz früher Nutzenbewertung das europäische Durchschnittsniveau überschreiten.

Der Studienautor Professor Reinhard Busse habe keine eigenen Untersuchungen angestellt, sondern vielmehr insgesamt vier Studien zitiert. Drei der Studien bezögen sich auf Zeiträume von vor 2011, also vor Inkrafttreten des AMNOG, der Nutzenbewertung und der darauf basierenden Preisverhandlungen.

Die vierte Studie vergleiche Preise von 30 Produkten in 16 europäischen Ländern im Jahr 2013, also nach Inkrafttreten des AMNOG. Dabei sei jedoch lediglich ein einziges Produkt berücksichtigt worden, das nach 2010 auf den Markt kam und den AMNOG-Prozess durchlaufen hat.

Für dieses Arzneimittel sei festgestellt worden, dass in Deutschland der niedrigste Preis vereinbart worden sei.

Nach Angaben des vfa liegt das Erstattungsniveau der Arzneien mit Nutzenbewertung unter dem europäischen Durchschnitt, 38 Prozent sogar unter dem niedrigsten Vergleichspreis. (HL)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »