Direkt zum Inhaltsbereich

AMNOG-Reform

Arztinfo-System hat zentrale Bedeutung

GBA-Chef Josef Hecken sieht im Arzt-Informationssystem zur frühen Nutzenbewertung die "anspruchsvollste Aufgabe" der bevorstehenden AMNOG-Reform.

Helmut LaschetVon Helmut Laschet Veröffentlicht:

BERLIN. Der Aufbau eines Informationssystems für Ärzte über die Ergebnisse der frühen Nutzenbewertung wird wahrscheinlich zu einem Kernpunkt der bevorstehenden Novellierung des AMNOG, die in den nächsten Monaten vom Bundesgesundheitsministerium erarbeitet wird.

Kritisch äußerte sich Hecken am Dienstag bei der Hauptversammlung des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie in Berlin zu Vorstellungen des GKV-Spitzenverbandes, die nutzenorientierte und nach Subgruppen differenzierte Erstattungsbeträge vorsehen.

Für Patientenpopulationen, für die ein Zusatznutzen noch nicht habe belegt werden können, für die aber gleichwohl ein Potenzial gesehen wird, werde damit ein noch zu erbringender Nachweis erschwert.

Hecken sprach sich dafür aus, mit dem Arztinformationssystem deutliche Hinweise zu geben, wann ein Arzt mit seiner Verordnung wirtschaftlich ist, in welcher Konstellation er mit einer Wirtschaftlichkeitsprüfung rechnen muss und unter welchen Bedingungen eine Verordnung im Rahmen der ärztlichen Therapiefreiheit möglich sein soll.

Hier werde es aber noch großen Informationsbedarf geben.

Hecken spricht sich für Vertraulichkeit aus

Unter Versorgungs- und Wirtschaftlichkeitsaspekten sprach sich Hecken für die Vertraulichkeit der vereinbarten Erstattungsbeträge aus. Solange diese publik seien, wirke das internationale Referenzpreissystem und führe zu Opt-out-Entscheidungen der Hersteller.

Diese wären bei Vertraulichkeit vermeidbar gewesen. Ferner argumentiert Hecken mit den Erfahrungen der Rabattverträge, die bei der Versorgung mit Generika inzwischen mehr als drei Milliarden Euro einsparen. Auch diese Rabatte seien vertraulich.

Ferner müsse der Bundesausschuss die Möglichkeit erhalten, auf Antrag des Herstellers einen spezifischen Verordnungsausschluss zu beschließen. Damit sollen Verordnungen ausschließlich für solche Patientengruppen möglich sein, die von einer neuen Therapie nachweislich profitieren.

Relevant ist dies beispielsweise bei der neuen Generation von Cholesterinsenkern, bei denen die Bildung eines für verschiedene Patientenpopulationen gebildeten Mischpreises versagt.

Der Vorsitzende des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie Dr. Martin Zentgraf will weder der GKV noch der Ärzteschaft die Deutungshoheit überlassen, was mit den Ergebnissen des Pharmadialogs geschieht.

Seine Befürchtung: GKV und KBV könnten sich für unterschiedliche Erstattungsbeträge je nach Subpopulationen, für Verordnungsausschlüsse und erhöhten Dokumentationsaufwand entscheiden.

Das sei in Wirklichkeit eine Entmündigung der Ärzte und entspreche nicht den Erwartungen der Patienten.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Esteban Roman Garcia hat einen modernen OP eingerichtet, mit allen erforderlichen Geräten, um effizientes Arbeiten zu ermöglichen.

© privat

Praxismanagement

Arzt und Unternehmer: Chirurg in Ostwestfalen auf Expansionskurs

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: dem Finanzdienstleister MLP SE, Wiesloch
Logo vom ÄrzteTag extra der Ärzte Zeitung mit dem Porträt des Podcast-Gesprächspartners Reinhard Pfingsten von der apoBank

© apoBank

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Wie können Ärztinnen und Ärzte das neue Altersvorsorgedepot für den Ruhestand nutzen, Herr Pfingsten?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Deutscher Apotheker- und Ärztebank (apoBank)
Wissenschaft in Medizin übertragen

© Regeneron

Forschung und Entwicklung

Wissenschaft in Medizin übertragen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Regeneron GmbH, München
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Über eine Million Datensätze

Wie die Menopause Körperprozesse beeinflusst

„ÄrzteTag“-Podcast

Wie können Ärzte Einsamkeit erkennen und ansprechen, Professor Adli?

Überprüft

5 Mythen übers Impfen im Faktencheck

Lesetipps
Rote Beete Wurzel, rote Beete Würfel, rote Beete Scheiben und rote Beete Saft.

© Daniel Vincek / stock.adobe.com

Fallbericht

Eine fast fatale Gemüse-Überdosis