Ärzte Zeitung, 10.06.2013

Bedarfsplanung

Landräte wollen mehr mitreden

HAMBURG. 57 Prozent der Landräte in Deutschland wollen bei der ärztlichen Versorgungsplanung mit am Tisch sitzen. Dagegen vertreten 32 Prozent "voll" oder "eher" die Auffassung, dies sei Sache der KV.

Das geht aus einer Umfrage der Stiftung Gesundheit unter den bundesweit 295 Landräten hervor. 140 Landkreise (47,5 Prozent) haben geantwortet.

In der Umfrage bezeichnen rund 75 Prozent der Antwortenden die hausärztliche Versorgung in ihrem Kreis als gut, etwa 16 Prozent stimmen dem nicht zu.

Versorgungsprobleme werden offensichtlich im Lokalen gesehen: Rund 72 Prozent sind der Auffassung, nicht alle Einzugsgebiete ihres Kreises würden ärztlich ausreichend bedient.

Etwa 20 Prozent der antwortenden Landräte sehen dagegen in der lokalen Versorgung keine Probleme. Sorgen machen den Landräten offensichtlich die Erreichbarkeit von Ärzten durch den öffentlichen Nahverkehr.

Hier sehen lediglich 41 Prozent der Befragten eine "ausreichende Anbindung". 45 Prozent der Landkreise halten die Erreichbarkeit von Ärzten in ihrer Region via ÖPNV dagegen nicht für ausreichend.

Jörg Freese, Beigeordneter für Gesundheit im Deutschen Landkreistag, wünscht sich bei der Bedarfsplanung der ärztlichen Versorgung "eine verbesserte Kommunikation mit den zuständigen Organisationen und eine stärkere Beteiligung der Landkreise bei kommenden Entscheidungen." (fst)

Topics
Schlagworte
Bedarfsplanung (576)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Neuroprothese lässt Gelähmten wieder zugreifen

Eine Neuroprothese ermöglicht einem Tetraplegiker, mit einer Gabel zu essen. Sein Hirn wird dabei per Kabel mit Muskeln in Arm, Hand und Schulter verbunden. mehr »

Mord und Totschlag in deutschen Kliniken?

Eine umstrittene Studie zu lebensbeendenden Maßnahmen in Kliniken und Pflegeheimen erhitzt die Gemüter. mehr »

Psychotherapie-Richtlinie steht vor holprigem Start

Der Start der neuen Psychotherapie-Richtlinie am 1. April löst bei den Beteiligten keine Begeisterung aus. Die Kritik überwiegt. Lesen Sie die aktuellen EBM-Ziffern. mehr »