Ärzte Zeitung, 20.06.2013

Kommentar zur Ärztequote

Im Sinne der Patienten

Von Sunna Gieseke

Wer eine psychische Störung hat, braucht schnell eine Behandlung - bei einem ärztlichen Psychotherapeuten oder einem psychologischen Psychotherapeuten.

Beide Berufsgruppen sind in der Versorgung wichtig: Es gibt zwar weitreichende Überschneidungen bei ihrer Tätigkeit, doch in der Versorgungsrealität wirken sich die unterschiedlichen Befugnisse mitunter aus. Daher ist es gut, dass die Quote für ärztliche Psychotherapeuten von 25 Prozent bestehen bleibt.

Vor allem Patienten, die einer Medikation bedürfen, fühlen sich oft bei einem ärztlichen Psychotherapeuten gut aufgehoben. Schließlich haben psychologische Psychotherapeuten bislang keine Befugnis, Medikamente zu verschreiben - auch, wenn sie dies bereits seit Jahren fordern.

Angesichts langer Wartezeiten auf einen Therapieplatz muss jedoch der schnelle Zugang zu einer guten Versorgung im Vordergrund stehen: Daher ist es völlig richtig, dass der Gesetzgeber entschieden hat, dass Sitze, die nicht von einem ärztlichen Psychotherapeuten besetzt werden, nicht länger blockiert werden und auch an einen psychologischen Kollegen vergeben werden können.

Denn die sind mit ihren Kompetenzen für die Versorgung genauso wichtig. Knapp 280 Sitze werden durch dieses Verfahren frei - im Sinne der Patienten ein voller Erfolg.

Lesen Sie dazu auch:
Psychotherapie: Kompromiss bei Ärztequote

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Mehr Pneumonien unter Benzodiazepinen

Benzodiazepine sind bei Patienten, die an Morbus Alzheimer leiden, mit einer Häufung von Lungenentzündungen assoziiert. Für Z-Substanzen gilt das womöglich nicht. mehr »

Psychotherapie bei Borderline nur mäßig erfolgreich

Spezifische Psychotherapien sind bei Borderline-Patienten unterm Strich zwar wirksamer als unspezifische Behandlungen: Allerdings fällt die Bilanz in kontrollierten Studien eher mager aus. mehr »

KBV legt acht Punkte für eine Reformagenda vor

Rechtzeitig vor dem Bundestagswahlkampf und dem Start in eine neue Legislaturperiode hat die KBV ein Programm für eine moderne Gesundheitsversorgung vorgelegt. Was steht drin? mehr »