Ärzte Zeitung App, 13.01.2014

In Thüringen

So viele Ärzte wie noch nie

In Thüringen gibt es immer mehr Ärzte - der Zuwanderung sei dank. Aber die Probleme auf dem Land löst diese Entwicklung nicht.

ERFURT. Ärzteschwemme in Thüringen: Im Widerspruch zum Wehklagen über den drohenden Ärztemangel sprechen die Zahlen der Landesärztekammer auf den ersten Blick eine andere Sprache. In Thüringen arbeiten demnach so viele Ärzte wie nie.

Aktuell sind der Kammer zufolge 8434 Mediziner in Thüringer Krankenhäusern und Praxen tätig - 222 mehr als Ende 2012. Vor zehn Jahren waren es sogar noch gut zehn Prozent weniger. Den kontinuierlichen Aufwuchs verdankt Thüringen in erster Linie der Zuwanderung.

Seit 2003 hat sich die Zahl ausländischer Ärzte auf aktuell 1125 mehr als verzehnfacht.

Vor allem die derzeit wegen "Armutsmigration" in der Kritik stehenden Osteuropäer rangieren ganz oben in der Statistik, hauptsächlich Rumänen, Slowaken, Bulgaren und Ungarn. Allerdings arbeiten laut Kammer etwa neunzig Prozent in Krankenhäusern.

Hausärztemangel nicht vom Tisch

Auf dem flachen Land und in der ambulanten Versorgung kommt von der wachsenden Ärztezahl kaum etwas an. Der Hausärztemangel ist deshalb nicht vom Tisch. Die Zahl der niedergelassenen Ärzte stagniert seit Jahren und erhöhte sich 2013 nur minimal auf 3414 (plus 29).

Zum großen Teil allerdings ein Sondereffekt, der auf der Umstellung der Bedarfsplanung im Sommer sowie gelockerten Zulassungsmöglichkeiten für Psychotherapeuten beruht, heißt es bei der KV. Derzeit seien 63 Hausarztsitze vakant.

Auch konventionell tätige Augenärzte fehlen. In Gera musste die KV vor einem halben Jahr schließlich zur Notbeauftragung von Augenärzten greifen, nachdem Patienten keinen Termin bekommen hatten.

Der Präsident der Landesärztekammer, Mathias Wesser, findet die Einstellungswelle an den Krankenhäusern dennoch "erstaunlich". Der hohe Bedarf an Medizinern hänge wohl mit steigenden Fallzahlen und einer "konsequenteren Beachtung des Arbeitszeitgesetzes" zusammen.

Dieser Trend sei deutschlandweit zu beobachten und kein regionales Phänomen. Letztlich könne man froh sei, dass Thüringen ein so "attraktiver Arbeitsort" sei. (rbü)

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