Ärzte Zeitung, 02.07.2015

Rheinland-Pfalz

Lücken bei Hausärzten werden größer

Nach aktualisierter Bedarfsplanung für Rheinland-Pfalz gibt es 93 offene Hausarztsitze.

MAINZ. Allein in den acht Monaten von November 2014 bis Juni 2015 ist die Zahl der unbesetzten Hausarztsitze laut aktualisierter Bedarfsplanung von 82,5 auf 93 gestiegen.

Landesweit fehlen in 25 der insgesamt 51 Planungsregionen Hausärzte, teilt die KV Rheinland-Pfalz mit. Im November waren 23 Regionen betroffen. In fünf Mittelbereichen ist der Versorgungsgrad unter 110 Prozent gesunken.

Vor dem Hintergrund der weiter steigenden Zahl offener Arztsitze warnt der stellvertretende Vorsitzende der KV Rheinland-Pfalz, Dr. Peter Heinz, vor akuten Versorgungsengpässen in den kommenden Jahren.

"Der Ärztemangel betrifft nicht nur ländliche Regionen. Auch in städtischen und stadtnahen Bezirken werden derzeit Hausärzte gesucht. Die Auswirkungen treffen allerdings Menschen in stadtfernen Regionen ungleich härter." Hier seien "echte Versorgungsprobleme" vor allem für ältere Patienten zu erwarten.

Seit Anfang Mai können sich rheinland-pfälzische Gemeinden, die jetzt oder in Zukunft einen Haus- oder Facharzt suchen, auf der Website der rheinland-pfälzischen KV unter "Ort sucht Arzt" präsentieren. So können interessierte Ärzte direkt in Kontakt zu den Gemeinden treten.

Unter der Internet-Adresse www.ort-sucht-arzt.de haben bislang Kommunen aus 19 der 51 hausärztlichen Planungsbereiche Suchannoncen veröffentlicht. Elf dieser Mittelbereiche sind derzeit geöffnet, in acht weiteren werden künftig Arztsitze frei.

Aus der Sicht der KV-Vorsitzenden Dr. Sigrid Ultes-Kaiser ist die Aktion "Ort sucht Arzt" eine Hilfe für die Gemeinden. Ohne einen grundlegenden Paradigmenwechsel mit spürbarem Bürokratieabbau und einer echten Steuerung der Inanspruchnahme ärztlicher Leistungen würden sich aber künftig nicht mehr genügend junge Menschen für eine Niederlassung entscheiden.

Das jüngst beschlossene Versorgungsstärkungsgesetz erfülle die dafür notwendigen Bedingungen nicht. (HL)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hohes Sterberisiko bei Ausbruch in der Adoleszenz

Wenn sich Typ-1-Diabetes in einem besonders vulnerablen Alter manifestiert, brauchen Betroffene viel Aufmerksamkeit. Sie haben ein hohes Risiko, an Komplikationen zu sterben. mehr »

100 Prozent Zustimmung

Die KBV-Vertreterversammlung präsentiert sich in neuer Einigkeit und richtet die Speere – wieder – nach außen. Klare Kante gegenüber dem Gesetzgeber und den Krankenhäusern. "Wir sind auf Kurs", meldete KBV-Chef Gassen. mehr »

Herz-Kreislauf-Risiko von Anfang an im Blick behalten!

Bei RA-Patienten sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die wichtigste Todesursache. Die aktuellen Therapiealgorithmen zielen nicht zuletzt darauf ab, die Steroidexposition zu begrenzen. mehr »