Ärzte Zeitung, 20.07.2016

AOK-Ärzte-Atlas

Fleißarbeit ohne Mehrwert

Von Helmut Laschet

Mehr als ein müdes "Aha" sollte der am Dienstag vorgestellte Ärzte-Atlas des Wissenschaftlichen Instituts der Ortskrankenkassen nicht auslösen. In dem Werk steckt jede Menge Fleißarbeit – der Nutzen in Form zusätzlicher Erkenntnis geht freilich gegen Null.

Das liegt daran, dass das Zählen von Ärzteköpfen genauso obsolet ist wie die Verhältniszahlen, auf denen die Grade der Überversorgung basieren.

Darum hat der Gesetzgeber den Gemeinsamen Bundesausschuss im Versorgungsstärkungs-Gesetz von 2015 damit beauftragt, bis Ende 2016 neue Bedarfpslanungsrichtlinien zu erarbeiten. Insbesondere sind nun zur Sicherstellung der bedarfsgerechten Versorgung "die demografische Entwicklung sowie die Sozial- und Morbiditätsstruktur zu berücksichtigen".

Wie grobschlächtig die gegenwärtige Bedarfsplanung läuft, lässt sich recht eindrücklich mit einem Vergleich erklären. Der gebräuchliche demografische Faktor der Bedarfsplanung wird mit dem Leistungsbedarf, ausgedrückt in EBM-Punkten zweier Bevölkerungsgruppen gewichtet: der unter 65-Jährigen und der über 65-Jährigen.

Was würden Ortskrankenkassen wohl sagen, wenn nach dieser sehr einfachen Rechnung der Kassen-Risikostrukturausgleich konstruiert wäre?

Topics
Schlagworte
Bedarfsplanung (552)
Organisationen
AOK (6870)
Personen
Helmut Laschet (1248)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

ALS ist mit Demenz eng verwandt

Stephen Hawking ist wohl der berühmteste Patient, der an Amyotropher Lateralsklerose leidet.Forscher haben nun herausgefunden, dass ALS und temporale Demenz eng verwandte Krankheitsbilder sind. Das könnte Einfluss auf das Diagnoseverfahren haben. mehr »

Innovationsfonds startet in die Versorgungsrealität

Der Innovationsfonds ist offiziell in die Umsetzungsphase gestartet. Die 300 Millionen Euro für das Jahr 2016 teilen sich 91 Versorgungs- und Forschungsprojekte. mehr »

Sind Computer bald die besseren Psychotherapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »