Ärzte Zeitung, 11.07.2008

DMP boostert die Arzneitherapie

Auswertung für KHK-DMP: Mehr Betablocker, weniger Infarkte und Schmerzen

KÖLN (iss). Ärzte, die Patienten mit koronarer Herzkrankheit im Disease Management Programm (DMP) versorgen, erzielen deutlich bessere Behandlungsergebnisse als in der Regelversorgung.

Das zeigt der Zwischenbericht zum DMP KHK der AOK Westfalen-Lippe. Nach der wissenschaftlichen Auswertung erleiden im DMP weniger Patienten einen Herzinfarkt, sie haben niedrigere Blutdruckwerte und erhalten eine bessere medikamentöse Versorgung. Einbezogen in den Bericht sind die Daten von fast 34 000 Patienten von Mitte 2004 bis zur Jahreshälfte 2006.

"Die Ergebnisse sind eine weitere Motivation, die Teilnahmerate bei DMP zu fördern", sagt der zweite Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe Dr. Wolfgang-Axel Dryden.

Im DMP verordneten die Ärzte bei 74 Prozent der Patienten Betablocker, verglichen mit 57 Prozent außerhalb der DMP. Im Auswertungszeitraum ging der Anteil von Patienten, die einen Herzinfarkt erlitten, von 1,5 Prozent auf 0,64 Prozent zurück. Gleichzeitig stieg der Anteil der Patienten ohne Brustschmerzen von 44 Prozent auf knapp 60 Prozent. Der systolische Blutdruck sank im Durchschnitt von 148 auf 137 mmHg, der diastolische von 84 auf 79 mmHg.

"Die Auswertung zeigt, dass die Behandlung im DMP die Arzneimittelversorgung zwar teurer macht, aber insgesamt effizienter werden kann", sagt Karl-Josef Steden, Sprecher der AOK Westfalen-Lippe.

Lesen Sie dazu auch:
Im DMP bekommen Ärzte ein Feedback und verbessern sich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Weiterbildung auch mit Kind zügig möglich - im Verbund!"

Eine strukturierte Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt für die "Ärzte Zeitung" auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »