Ärzte Zeitung, 02.09.2008

Mehr Geld vor allem für Ärzte in armen Regionen

Nur 1,2 Prozent mehr sollen Ärzte in Baden-Württemberg erhalten - im armen Thüringen steigt die Vergütung um 21,6 Prozent.

Von Helmut Laschet

Wie unterschiedlich die Honorarerhöhungen für die Ärzte in den einzelnen KVen ausfallen, zeigt eine Simulationsrechnung der KBV. In den neuen Bundesländern liegt der Zuwachs bei 17,2 Prozent oder 679 Millionen Euro, in den westlichen Bundesländern jedoch nur bei 6,9 Prozent oder 1,6 Milliarden Euro.

Generell lassen sich folgende Trends feststellen: Die ärmeren Bundesländer, auch im Westen, profitieren überdurchschnittlich. Das sind beispielsweise die Ärzte im Saarland und in Niedersachsen mit zweistelligen Zuwächsen von 11,3 und 14,2 Prozent.

Andererseits: Die Ärzte in Bayern haben Grund zur Entwarnung, sie können mit einer Honorarerhöhung von 6,8 Prozent rechnen. Lediglich in Baden-Württemberg fällt das Honorarplus mit 1,5 Prozent kärglich aus. Gleichwohl erwartet KBV-Chef Dr. Andreas Köhler, dass die Hausärzte ihre Teilnahme am AOK-Hausarztvertrag noch einmal unter den neuen Bedingungen nachkalkulieren werden.

Das ist allerdings - ebenso wie die in der Simulationsrechnung genannten Daten - noch mit Unsicherheitsfaktoren verbunden. Denn jetzt ist erst einmal die regionale Verhandlungsebene am Zug. Sie muss bis November den jeweiligen KV-bezogenen an der Morbidität orientierten Behandlungsbedarf vereinbaren und im Dezember den Ärzten ihre Regelleistungsvolumina bekannt geben.

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