Ärzte Zeitung, 23.09.2008

Fünf Millionen Patienten im DMP - wie geht es mit dem Fonds weiter?

Für Disease-Management gibt es ab 2009 eine Programm-Pauschale von 180 Euro

NEU-ISENBURG (HL). Binnen weniger Jahre sind Disease-Management-Programme allein von der Teilnehmerzahl her - mehr als fünf Millionen Patienten sind eingeschrieben - zu einem Erfolgsmodell geworden. Mit dem Gesundheitsfonds ändern sich aber die Finanzierungsmodalitäten, weil die Anreize deutlich geringer werden.

Patienten mit Diabetes Typ 2 stellen die Mehrheit der DMP-Teilnehmer.

Bislang gab es vor allem für die Krankenkassen massive Incentives, damit Versicherte von den Ärzten in Disease-Management-Programme eingeschrieben werden. Nur für Patienten mit Diabetes mellitus Typ 1 und 2, Koronare Herzkrankheiten, Asthma bronchiale, COPD und Brustkrebs erhielten die Krankenkassen dann erhebliche Zuschläge aus dem Risikostrukturausgleich, wenn diese chronisch Kranken an einem DMP teilnehmen. Damit war der erste Schritt zu einer Morbiditätsorientierung geschaffen.

Die Finanzierungssystematik ändert sich nun ab 2009 mit dem Gesundheitsfonds, dessen wesentliche Aufgabe es ist, den gesamten morbiditätsorientierten Risikostruktruausgleich abzuwickeln. Für insgesamt 80 Krankheiten erhalten die Kassen Zuschläge in Höhe von standardisierten Sollkosten, und zwar unabhängig davon, ob die Patienten in einem DMP eingeschrieben sind.

Um allerdings die DMP weiterhin zu fördern, ist eine Programmpauschale für die eingeschriebenen Versicherten vorgesehen, die 180 Euro im Jahr beträgt.

Diese Mittel stehen für die Organisation des DMP und für Sonderleistungen etwa die Patientenschulung, zur Verfügung.

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