Ärzte Zeitung, 17.10.2008

21 Patienten mit Hepatitis C infiziert?

Hausarztpraxis als Infektionsquelle / Gesundheitsamt in Goslar zieht vorläufige Bilanz

GOSLAR (pid). Mindestens neun weitere Patienten einer Hausarztpraxis aus dem Landkreis Goslar sind mit dem Hepatitis-C-Virus infiziert worden.

Das haben die Untersuchungen des Gesundheitsamtes ergeben, teilte eine Sprecherin des Landkreises Goslar mit. Damit hat sich die Gesamtzahl der Verdachtsfälle auf 21 erhöht. Dies ist erst eine vorläufige Bilanz, da die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen sind. Bislang haben seit Anfang Oktober über 800 Patienten einen Bluttest vornehmen lassen.

Der Landkreis hatte Ende September etwa 2000 Patienten einer Arztpraxis angeschrieben und zu Bluttests aufgerufen, nachdem zwölf Hepatitis-Fälle aufgetreten waren (wir berichteten). Alle Betroffenen sind bei dem gleichen Arzt in Behandlung gewesen. Die Patienten würden umfassend medizinisch betreut und beraten, sagte Behördensprecherin Britta Weber. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt gegen den Arzt wegen des Verdachts der "bedingt vorsätzlichen Körperverletzung". Es bestehe der Anfangsverdacht, dass sich Patienten in der Praxis mit dem Virus angesteckt haben. Um zu prüfen, ob das Virus auf den gleichen Stamm zurückzuführen ist, werden Blutproben der betroffenen Patienten an der Universitätsklinik Essen untersucht. Mit Ergebnissen ist erst im Dezember zu rechnen.

[17.10.2008, 05:43:30]
Tilman Kappe 
Infektionsweg?
Die Meldung ist unbefriedigend, da der Infektionsweg nicht genannt wird. Nur durch diese Kenntnis könnten gleichgeartete Fälle vermieden werden.
Falls da, wie schon mal anklang, wirklich Injektonskanülen mehrfach verwendet wurden (wie unter Drogenabhängigen), dann ist das ein berufsunwürdiges Verhalten des Arztes und sollte mit Berufsverbot geahndet werden. zum Beitrag »

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