Ärzte Zeitung, 03.11.2008

Kommentar

Herausforderung für Pflegeberufe

Von Thomas Hommel

Muss es immer der Arzt sein? An dieser Frage scheiden sich die Geister. Ärztevertreter bestehen darauf, dass allein der Mediziner Diagnosen stellen, behandeln und verordnen darf. Dafür sei er ausgebildet worden, viele Jahre lang. Sicher. Einzelne Aufgaben ließen sich delegieren. Aber Substitution? Niemals. Vertreter der Pflegeberufe betonen, die Zeit des Arztvorbehalts auf Heilkunde sei vorbei.. Tatsächlich haben sich die Zeiten geändert. So steigt beispielsweise die Zahl pflegebedürftiger und chronisch kranker Menschen rasant. Die Medizin mit ihrem Fokus auf Diagnostik und Therapie kann dieser Herausforderung allein nicht gerecht werden.

Künftig wird es mehr denn je um die Frage gehen, wie Menschen mit ihrer Pflegebedürftigkeit zurecht kommen, ihren Alltag entsprechend anpassen und bewältigen können. Lebensqualität trotz Krankheit wird zu einem entscheidenden Kriterium für die Betroffenen. Hier, in der Begleitung chronisch Kranker im Alltag, könnte tatsächlich eine neue Aufgabe für die Pflegeberufe liegen, die sie eigenständig wahrnehmen und vergütet bekommen. Damit würden Pflegende den Ärzten auch nichts wegnehmen. Sie würden deren Heilkunst am Patienten, die unverzichtbar und unantastbar bleibt, lediglich sinnvoll ergänzen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So schädlich fürs Herz wie Cholesterin

Depressionen steigern bei Männern das Risiko fürs Herz ähnlich stark wie hohe Cholesterinwerte oder Fettleibigkeit. Das ergab eine aktuelle Analyse der KORA-Studie. mehr »

Den Berg im eigenen Tempo erklimmen

Medizinstudentin Solveig Mosthaf fühlt sich im Studium manchmal, als würde sie einen steilen Berg hinauf kraxeln. Sie wünscht sich mehr Planungsfreiheit – und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen. mehr »

Positive HPV-Serologie bringt bessere Prognose

Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumor ist eine positive HPV-16-Serologie mit einem verbesserten Überleben assoziiert. Das bestätigt jetzt eine US-Studie. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Fünf-Jahres-Überleben sogar 67 Prozent höher. mehr »