Ärzte Zeitung, 18.11.2008

Bei Herzinfarkt stehen in Berlin die Chancen gut

Zahlen belegen, dass sich die Versorgung stetig verbessert hat / Klinik-Sterblichkeit seit 2000 halbiert

BERLIN (ami). Herzinfarkt-Patienten werden in Berlin so gut versorgt wie sonst nirgends in Deutschland. Das zeigen Daten aus dem Berliner Herzinfarktregister und dem bundesweiten Herzbericht.

"Wir können belegen, dass wir nicht nur bundesweit Spitze, sondern auch jedes Jahr besser geworden sind", sagte der Präsident der Berliner Ärztekammer Dr. Günther Jonitz am Montag anlässlich eines Symposiums zur Versorgungsrealität bei Herzinfarkt in Berlin. Der seit 1989 erscheinende Herzbericht von Dr. Ernst Bruckenberger kommt zu dem Ergebnis, dass die Herzinfarkt-Sterblichkeit in Berlin mit 22,8 pro 100 000 Einwohner bundesweit am geringsten ist.

In Brandenburg ist die Sterblichkeit am höchsten.

Im Nachbarland Brandenburg ist sie mit 106 pro 100 000 Einwohner am höchsten. Altersbereinigt liegt die Herzinfarkt-Sterblichkeit in Berlin um 66 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt. "In der gesamten Herzinfarkt-Versorgung schneidet Berlin sehr günstig ab", so Bruckenberger. Nur bei den Kosten falle die Hauptstadt negativ auf.

Berlin verfügt nach Angaben des Berliner Herzinfarktregisters (BHIR) über 36 Kliniken mit Akutversorgung bei Herzinfarkt, 18 Notarztwagenstützpunkte und 33 Kathetermessplätze in 19 Kliniken. Zum Vergleich: In ganz Brandenburg gibt es 14 Kathetermessplätze, davon vier im Berliner Umland. "In diesem Bereich ist das Geld der Krankenkassen sinnvoll investiert", so das Fazit von Jonitz. Die Daten des BIHR aus 22 Krankenhäusern in Berlin belegen, dass sich dort die Herzinfarkt-Versorgung stetig verbessert hat. Die Krankenhaus-Sterblichkeit hat sich von 12,2 (2000) auf 6,7 Prozent (2007) fast halbiert.

Überdurchschnittlich gesunken ist dabei die Sterblichkeit von Frauen und von Hochaltrigen. Gleichzeitig stieg der Anteil der Patienten mit - laut Leitlinien indizierter - Katheterinterventionen in den ersten 90 Minuten nach Infarkt von 32,9 auf 84,8 Prozent. Auch die Begleit- und Entlassungsmedikation entspricht nach Angaben des BIHR immer häufiger den Leitlinien der Fachgesellschaften.

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