Ärzte Zeitung, 18.11.2008

Studium unter schlechtem Stern

Umfrage unter Medizinstudenten zeigt viel Skepsis

KÖLN (iss). Der Arztberuf in Deutschland hat bei Medizinstudierenden kein gutes Ansehen. Ungünstige Arbeitszeiten, die Budgetierung und die schlechte Vergütung ärztlicher Leistungen schrecken die künftigen Mediziner ab.

Positiver fällt die Bewertung bei Studierenden aus, die an einem praxisnahen Modellstudiengang teilnehmen. Die Abteilung für Allgemeinmedizin der Ruhr-Universität Bochum hatte für eine Studie bundesweit 4000 Studierende befragt. Von den 1300 Teilnehmern der Bochumer Hochschule waren 172 im dortigen Modellstudiengang eingeschrieben.

Ein alarmierendes Ergebnis: 77,1 Prozent der Studierenden erwarten deutliche, vor allem negative Einflüsse des Gesundheitssystems auf die eigene Lebens- und Berufsplanung. 72,7 Prozent können sich vorstellen, nach dem Studium ins Ausland zu gehen (wir berichteten kurz).

Die Online-Umfrage zeigt Unterschiede in den Einschätzungen bei Studierenden im Regel- und im Modellstudiengang. So sehen nur zwei Prozent der Teilnehmer des Modellstudiengangs die fachlichen Anforderungen im ärztlichen Alltag als Problem, bei den anderen waren es zwölf Prozent. 39 Prozent der Studierenden mit einer "traditionellen" Ausbildung halten die Kooperation zwischen Arzt und betriebswirtschaftlichem Management für problematisch, verglichen mit 22 Prozent. Dennoch würden sich 62 Prozent wieder für das Medizinstudium entscheiden.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Adiopositas-Op nötig, aber Kasse will nicht zahlen

Wenn der Antrag eines Adipositas-Patienten auf eine bariatrische Operation abgelehnt wird, bringt das Ärzte in eine schwierige Situation. Denn oft verschlechtert sich der Zustand des Betroffenen. mehr »

Immer mehr Nichtraucher erkranken an Lungenkrebs

In US-Kliniken tauchen immer häufiger Nichtraucher mit Lungenkrebs auf, vor allem Frauen sind betroffen. Das könnte am Passivrauchen liegen. mehr »

Wer nicht hören will, den soll die Kita künftig melden

Prävention mit Drohgebärden: Künftig will das Bundesgesundheitsministerium nicht nur mit Bußgeld drohen, sondern auch die Kitas einspannen, um die Verweigerer einer verpflichtenden Impfberatung herauszufischen. mehr »