Ärzte Zeitung, 12.12.2008

Verein will gegenseitiges Verständnis im regionalen Gesundheitsmarkt stärken

"Gesundheitsregion Hessen" will auf Kommunikation, nicht auf Lobbyismus setzen

FRANKFURT/MAIN (bee). Wer im Gesundheitsmarkt der Zukunft bestehen will, muss sich besser vernetzen - so jedenfalls das Verständnis der rund 50 Mitglieder des Vereins "Gesundheitsregion Hessen e.V.", die sich vergangene Woche in Frankfurt zur Gründung trafen.

Verein will gegenseitiges Verständnis im regionalen Gesundheitsmarkt stärken

Die Idee für einen Verein, der die wichtigen Köpfe im Gesundheitswesen einer Region zusammenbringen will, hatte Medizin-Anwalt Dr. Karl-Heinz Schnieder aus Münster vor zwei Jahren. Er gründete die "Gesundheitsregion Münster", später auch ähnliche Vereine für Osnabrück/Emsland und für das Ruhrgebiet in Duisburg. "Wir wollen innovative Kräfte aus der Region bündeln und haben daher ein privatrechtliches Vorgehen gewählt. Staatliche Fördergelder wollen wir nicht", betonte Schnieder bei der Veranstaltung in Frankfurt.

Dabei setzt der Verein darauf, kein Lobbyverband zu sein. "Wir wollen Kommunikation fördern und Diskussionen über Defizite ohne die Standespolitik anstoßen", sagte Dr. Hans-Friedrich Spieß, Kardiologe und Ärztlicher Direktor des Bethanien-Krankenhauses sowie Vorsitzender des Vereins. "Wir müssen wieder dazu kommen, dass alle im System einander wieder verstehen", sagte Spieß der "Ärzte Zeitung".

In den Reihen des ehrenamtlich arbeitenden Vorstandes sind mit Norbert Sudhoff, Landesgeschäftsführer der Barmer Ersatzkasse, und Dr. Gerd Zimmermann, Vize-Chef der KV Hessen, auch Vertreter der Krankenkassen und der Berufspolitik zu finden. "Die Interessen der Mitglieder können sich widersprechen. Wir wollen die Sorgen der Anderen verstehen und Misstrauen abbauen", erklärte Spieß.

Um den Austausch zu forcieren, finden sich unter den Mitgliedern neben Ärzten Beratungsunternehmen, Medizin-Anwälte, Pharma-Vertreter, Steuerberater sowie mit dem Leiter der Frankfurter Filiale der Apo-Bank Carsten Padrock auch ein Vertreter aus der Finanzbranche. Padrock ist auch einer der stellvertretenden Vorsitzenden.

"Wir werden regelmäßige Diskussionen veranstalten und Publikationen veröffentlichen", erklärte Dr. Ingomar Naudts, Allgemeinmediziner aus Rodgau und Geschäftsführer der Projektgesellschaft Managed Health Rodgau-Rödermark, der ebenfalls stellvertretender Vorsitzender des Vereins ist. "Außerdem soll es auch öffentliche Veranstaltungen geben, denn Berührungsängste zum Beispiel zu Patientengruppen gibt es bei uns nicht", erklärte Spieß.

Im kommenden Jahr sollen fünf weitere Gesundheitsregionen gegründet werden, unter anderem in München, Stuttgart, Berlin und Hamburg. Auf dem Plan steht auch die Gründung eines Dachverbandes.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Mehr Pneumonien unter Benzodiazepinen

Benzodiazepine sind bei Patienten, die an Morbus Alzheimer leiden, mit einer Häufung von Lungenentzündungen assoziiert. Für Z-Substanzen gilt das womöglich nicht. mehr »

Schelte für die SPD und die Bürgerversicherung

Bei der Eröffnung des 120. Deutschen Ärztetags nahm BÄK-Präsident Montgomery die Gerechtigkeitskampagne der SPD ins Visier. Lob gab es hingegen für Gesundheitsminister Gröhe. mehr »

Psychotherapie bei Borderline nur mäßig erfolgreich

Spezifische Psychotherapien sind bei Borderline-Patienten unterm Strich zwar wirksamer als unspezifische Behandlungen: Allerdings fällt die Bilanz in kontrollierten Studien eher mager aus. mehr »