Ärzte Zeitung, 18.12.2008

Bald mehr Geld für Assistenten in der Weiterbildung?

Weg in die Allgemeinmedizin könnte attraktiver werden

NEU-ISENBURG (chb). Werden Weiterbildungsassistenten in der Praxis bald genauso gut bezahlt wie im Krankenhaus? Die Chancen dafür stehen nicht schlecht.

Bald mehr Geld für Assistenten in der Weiterbildung?

Foto: Comstock

Bislang verdienen die Assistenten in der Klinik 4000 Euro, arbeiten sie in der Praxis, kommen sie auf etwa 2100 Euro. Eine Hälfte zahlt die KV, den gleichen Betrag übernehmen die Krankenkassen. Erhöhen kann sich der Betrag, wenn der Praxisinhaber den Assistenten zusätzlich bezahlt. Das können sich aber offensichtlich immer weniger Ärzte leisten. Davon geht zumindest der rheinland-pfälzische KV-Chef Dr. Günter Gerhardt aus.

So sind in Rheinland-Pfalz nach Angaben des Mainzer Gesundheitsministeriums derzeit nur 80 von 120 möglichen Praxis-Weiterbildungsstellen in der Allgemeinmedizin besetzt. In anderen Bundesländern ist das Verhältnis kaum besser. Zu wenig weitergebildete Allgemeinmediziner bedeutet aber, dass sich der Engpass in der hausärztlichen Versorgung künftig weiter verschärfen könnte.

Abhilfe kann hier in absehbarer Zeit eine im Oktober von Bundestag und Bundesrat beschlossene Änderung des GKV-Solidaritätsstärkungsgesetzes schaffen. Nach Artikel 8 Abs. 4 GKV-SolG soll sichergestellt werden, dass sich Weiterbildungsassistenten künftig nicht mehr aus finanziellen Gründen gegen den Abschluss einer allgemeinmedizinischen Weiterbildung entscheiden.

Gefördert werden sollen künftig bundesweit mindestens 5000 Weiterbildungsstellen in der Allgemeinmedizin - bislang waren es bis zu 3000.

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