Ärzte Zeitung, 15.01.2009

Kommentar

Die KVen als der gefesselte Gulliver

Von Florian Staeck

Heute steht im Erweiterten Bewertungsausschuss eine Heilbehandlung der besonderen Art an: Die Honorarreform soll verarztet werden. Die regionalen KVen fordern wieder mehr Vertragskompetenzen ein, die man ihnen mit der Reform genommen hat. Das Debakel, das sich jetzt in vielen West-KVen abzeichnet, war vorhersehbar. Zu unterschiedlich waren Honorarniveau und -verteilung, als dass eine weitgehende Zentralisierung nicht hätte zu Kollateralschäden führen müssen.

Mindestens zwei Effekte sind die Konsequenz: Erstens geraten die Körperschaften - gerade in den am stärksten betroffenen KVen - in eine wachsende Legitimationskrise. Die vermeintliche Schutzinstanz KV verliert in den Augen vieler Betroffener ihre Existenzberechtigung, wenn Niedergelassene um ihre Praxis fürchten.

Zweitens beschleunigt die Verunsicherung die Flucht von Ärzten aus dem Kollektivvertrag -  hin zu Einzelverträgen jenseits des KV-Systems. Das schwächt die Verhandlungsposition der KVen im Verhandlungspoker mit den Kassen. Bevor KVen endgültig zu Patienten werden, sollten sie wieder mehr regionale Verhandlungsmacht erhalten. Dann könnten sie - im Wettbewerb mit freien Verbänden -  zeigen, ob sie langfristig eine Existenzberechtigung haben.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Zahl der Behandlungsfehler stagniert

"Fehler passieren, auch in der Medizin. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass Patienten durch einen Behandlungsfehler zu Schaden kommen, ist extrem gering." So lautete das Fazit von Dr. Andreas Crusius bei der Vorstellung der Behandlungsfehlerstatistik. mehr »

Naturvolk mit erstaunlich gesunden Gefäßen

In einer geradezu heroischen Studie haben US-Forscher Eingeborene der Amazonas-Region zur Calcium-Score-Messung in einen CT-Scanner geschoben. Noch nie wurde ein Volk mit so gesunden Arterien beschrieben. mehr »

Dann ist ein Hausbesuch abrechenbar

Die vollständige und vor allem korrekte Abrechnung der so genannten Leichenschau stellt Ärzte immer wieder vor Probleme. Beispielsweise stellt sich die Frage nach der eigenständigen Berechnung des Hausbesuchs. mehr »