Ärzte Zeitung, 20.01.2009

Konvergenzphase schafft Ärzten vorübergehend Luft

KBV-Chef Köhler hofft auf Solidarität der Gewinner

BERLIN (vdb). Mit der Einführung der Konvergenzphase von April 2009 bis Dezember 2010 haben die KVen jetzt wieder mehr Möglichkeiten, den regionalen und individuellen Auswirkungen des neuen EBM Rechnung zu tragen.

"Das ist ein Erfolg, der aber an dem langfristigen Ziel des Gesetzgebers, nämlich eine bundesweit einheitliche Honorarverteilung zu etablieren, nicht rüttelt", sagte Dr. Andreas Köhler, Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, gestern der "Ärzte Zeitung". Es sei jetzt die Aufgabe der KVen, wie die Verluste in einzelnen Fachgruppen begrenzt werden können.

Da der Beschluss nicht vorsieht, dass weiteres Geld in die ambulante Versorgung fließt, setzt Köhler auf die Solidarität der Fachgruppen, die zu den Gewinnern der Reform gehören. "Denn nicht alle Verluste werden aus den Rückstellungen der KVen bedient werden können", so der KBV-Vorsitzende weiter. Damit stünde eine Umverteilung zwischen Fachgruppen an.

Köhler räumte ein, dass es Defizite bei der Kommunikation über die Regelleistungsvolumen (RLV) gegeben habe. So seien die RLV stets mit den früheren Fallwerten verglichen worden, ohne dabei die Möglichkeit der Zusatzbudgets zu berücksichtigen.

Lesen Sie dazu auch:
Unmut über KBV-Honorarmanagement

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Ärzte können künftig Medizinalhanf verordnen

Nach jahrelanger Debatte regelt das Parlament heute den Umgang mit Cannabis als Medizin völlig neu. Krankenkassen müssen künftig die Kosten im Regelfall erstatten. mehr »

Kein Schmerzensgeld für die künstliche Ernährung des Vaters

Das Münchener Landgericht hat die Klage gegen einen Hausarzt, der einen Patienten vermeintlich unnötig lange künstlich ernähren ließ, abgewiesen. Gleichwohl attestierte es einen Behandlungsfehler. mehr »

Droht Briten eine zweite Creutzfeldt-Jakob-Welle?

In Großbritannien ist ein Mann an einer ungewöhnlichen Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung gestorben. Dies nährt Befürchtungen, wonach mehr als 20 Jahre nach der BSE-Krise eine zweite Erkrankungswelle ansteht. mehr »