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"Kommunen müssen Hausärzte unterstützen"

HANNOVER (cben). Hausärzte müssen bei ihrer Arbeit umfassend unterstützt werden. Dabei stehen auch die Kommunen in der Pflicht. Das haben Politiker, Vertreter von Ärzteverbänden, Kassen, KVN und der Kammer bei einer der Anhörung zur Zukunft der hausärztlichen Versorgung im Sozialausschuss des Niedersächsischen Landtages klargestellt.

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Die flächendeckende hausärztliche Versorgung ist ohne größte Anstrengungen auf dem heutigen Niveau nicht zu halten, sagte Niedersachsens KV-Chef Eberhard Gramsch. Er forderte eine Art "Stipendium" für Studierende, die sich zu einer hausärztlichen Zulassung in Niedersachsen entscheiden. Das Projekt sei derzeit "ein Denkmodell auf der Diskussionsebene", wie es bei der KVN hieß. Während das Sozialministerium ein solches Vorgehen begrüßen würde, sei das Kultusministerium mit dem Hinweis auf die Freiheit der Lehre zurückhaltend, erklärte ein KV-Sprecher. Hintergrund der Stipendien-Idee ist die Einsicht, dass allein mit finanziellen Anreizen wie zum Beispiel Umsatzgarantien die Zahl der Hausärzte in ländlichen Gebieten nicht zu steigern sei.

Was die Hausärzte abschrecke, seien die Arbeitsbedingungen, so Gramsch. Sie müssten verbessert werden. Die finanzielle Förderung müsse zugleich ins Studium vorverlegt werden. Ines Henke, Beigeordnete des Landkreistages, forderte, wie viele Vertreter auf der Sitzung, die bessere Vereinbarkeit von Arztberuf und Familie. Kommunen müssten bessere und flexiblere Betreuungsangebote für Kinder bieten.

Hausarzt und Kammervorstand Jens Wagenknecht sieht das Engagement der Kommunen ernüchtert. Er kritisierte, dass sich die Kommunen für die Unterstützung der Hausärzte nicht zuständig fühlten. Im Prinzip müsse man von den Ortsräten erwarten, dass sie selbst ebenfalls akjtiv zu einer Lösung von absehbaren Versorgungsproblemen beitragen.

Stattdessen höre man aus den Kommunen Kritik an den neuen Notdienstpraxen. Darin wechseln sich bezirksübergreifend viele Ärzte im Bereitschaftsdienst ab. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass wenige Ärzte vor Ort ständig Bereitschaftsdienst haben und auf die Dauer überfordert werden.

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