Ärzte Zeitung, 02.03.2009

Ärzte sollen rund um die Uhr erreichbar sein

Die KV Berlin will die ärztliche Versorgung von Heimbewohnern in Berlin generell nach dem Vorbild des "Berliner Projekts" gestalten.

Von Angela Mißlbeck

Immer ansprechbar, mindestens eine Visite pro Woche bei Heimbewohnern ist vorgesehen: Eckpunkte des "Berliner Projekts".

Foto: Bilderbox©www.fotolia.de

"Wir brauchen eine engere Kooperation zwischen Heimpersonal und niedergelassenen Ärzten", so die Berliner KV-Chefin Dr. Angelika Prehn. Sie sprach sich dafür aus, eine 24-Stunden-Rufbereitschaft für Ärzte und regelmäßige Visiten einzuführen. Dieses Modell wird bislang als "Berliner Projekt" von der AOK Berlin und der IKK Brandenburg und Berlin in Kooperation mit der KV Berlin, der Berliner Krankenhausgesellschaft und dem Verband der Privatkrankenanstalten Berlin-Brandenburg in 38 Pflegeheimen der Hauptstadt angeboten (wir berichteten).

Die niedergelassenen Ärzte sind rund um die Uhr erreichbar und nehmen mindestens eine wöchentliche Visite bei den Bewohnern und Fallbesprechungen mit dem Pflegepersonal vor. Auch Physiotherapeuten sind eingebunden. Die Mehrausgaben für die Vergütung der Ärzte und für Physiotherapie werden durch geringere Kosten für Krankentransporte und stationäre Behandlungen der Heimbewohner mehr als ausgeglichen.

"Die beteiligten Krankenkassen erzielen dadurch jährlich Einsparungen in Millionenhöhe", sagte Prehn. Für sie sei deshalb völlig unverständlich, warum sich nicht alle Krankenkassen an dem Projekt beteiligten und das Projekt auf mehr Pflegeheime ausdehnten.

"Mit diesem Konzept können wir die Versorgung der älteren, meist chronisch kranken und multimorbiden Patienten in Pflegeheimen deutlich verbessern und gleichzeitig die Ausgaben senken", so Prehn. Die KV-Chefin forderte zudem, dass Heimbesuche generell extrabudgetär bezahlt werden müssten. Als Teil des Regelleistungsvolumens würden sie zur Zeit nur begrenzt vergütet.

[04.03.2009, 08:26:52]
Maximilian Micka 
Stellen Sie noch ein?
Ich wäre dabei:

250 Euro für die angefangene Einsatzstunde, 200 für die angefangene Stunde Bereitschaft.

mfg
 zum Beitrag »
[02.03.2009, 14:46:38]
Dr. Stefan Funk 
Doc around the clock
Eine tolle Idee ist da geboren:
Der Doc-around-the-clock.
Erreichbar von 0-24 Uhr 7 Tage die Woche.
Ich bin sofort dabei.
Mein Stundensatz: 250 Euro pro Stunde.
24*365*250 = 2.190.000 Euro pro Jahr.
Da die Kassen Einsparungen in Millionenhöhe dagegenstellen können, ist das doch ein fairer Preis. Ich könnte sogar meine Praxis schließen, meine Helferin entlassen und mein Inventar bei E-Bay verkaufen. Ich brauche ja nur noch einen Laptop, ein Auto und ein Handy. Meine Kosten würden dramatisch sinken und mein Gewinn steigen. Und die Kassen würden sogar viel Geld sparen. Eine wirklich tolle Idee. Ich bin unter www.doc-around-the-clock.de online und erwarte die Angebote. Auch ich finde es unverständlich, dass so eine gute Idee nicht mehr Nachahmer findet.
In Zeiten der RLV ist DAS die Rettung liebe Kollegen.

 zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Mehr Metastasen

Immer mehr Männer mit Prostatakrebs in den USA haben schon bei der Diagnose Metastasen. Ihr Anteil hat sich fast verdoppelt. Auch die Inzidenz solcher Tumoren nimmt zu. mehr »

Deutsches Defizit

Diabetes-Prävention, Strategien gegen Polypharmazie, digitale Versorgungsangebote: Neue Initiativen gibt es zuhauf. Doch Patienten müssen davon wissen. Genauo daran hapert es aber. mehr »

"Einfache Ersttherapie ist für fast alle Patienten möglich"

Die antiretrovirale Therapie ist bei neu diagnostizierter HIV-Infektion stets angezeigt, und zwar unabhängig vom Stadium der Infektion oder der Helferzellzahl. mehr »