Ärzte Zeitung, 03.03.2009

Kommentar

Heißluft von der KBV

Von Helmut Laschet

Stellen Sie sich mal vor: Unternehmensleitung und Betriebsrat von Opel beschließen, die Bänder still stehen zu lassen und ab sofort keine Autos mehr auszuliefern. Begründung: Die Abwrackprämie von 2500 Euro sei zu niedrig - notwendig seien 5000 Euro.

Kunden boykottieren, um politischen Druck zu erzeugen - das sind ungeeignete Gedankenspiele und Szenarien bei manchen Ärztefunktionären. Verwunderlich ist, das KBV-Chef Andreas Köhler als Hauptverantwortlicher der Honorarreform 2009 auf solche Ideen kommt.

Warum? Die Ärzte können von Glück sagen, dass die KBV im letzten Jahr - wenn auch unter Zeitdruck und mit Unzulänglichkeiten - eine Vergütungsreform ausgehandelt hat, die den Ärzten im Vergleich zu 2007 drei Milliarden Euro zusätzlich bringt. Bis Herbst 2008 lief die Konjunktur noch freundlich, die Bankenkrise deutete sich als fernes Gewittergrollen an. Heute stecken Deutschland und die Welt in einer tiefen Krise. Würden Ärzte heute ihre Honorarzuwächse verhandeln, sähe das Ergebnis anders aus.

Vernunft und Augenmaß gebieten, jetzt erreichte Verhandlungsergebnisse zu akzeptieren und ihre Schwächen zu korrigieren, anstatt populistische und illusorische Nachforderungen zu stellen.

Lesen Sie dazu auch:
Protest- und Streikszenario der KBV
KBV plant schon für den "schlimmsten Fall"


[04.03.2009, 09:00:26]
Dr. Thomas Zink 
Heißluft?
Von wegen populistische und illusorische Nachforderungen. Wo sind denn diese sagenumwobenen +10 % geblieben? Von diesem Mehr an Honorar kommen in unserer ( und vielen anderen) Praxis -30% !! an, die Regeln der Verteilung wurden vom BMG vorgegeben, die KVNO geht offenen Auges davon aus, dass 20% der Praxen diese +10% mehr nicht überleben werden.
Ein wenig mehr Objektivität bei Ihrer Berichterstattung wäre gut anstatt die Phrasen des Ministeriums zu wiederholen. zum Beitrag »
[03.03.2009, 23:24:42]
Elena Kunz 
Interessen vs Information
Muss man denn gar so deutlich merken wes Geistes Kind Sie sind (oder "wes Brot ich ess...")
EK zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »