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Ärzte Zeitung, 26.06.2009

Ein Förderprogramm für den ärztlichen Nachwuchs

70 Haus- und Fachärzte im Praxisnetz Donau-Ries und Umgebung entwickeln Konzepte gegen Ärztemangel

MÜNCHEN (sto). Mit einem Förderprogramm wollen die etwa 70 Haus- und Fachärzte im Praxisnetz Donau-Ries und Umgebung den ärztlichen Nachwuchs für eine künftige Tätigkeit in ihrer Region gewinnen.

Die niedergelassenen Kollegen im Landkreis und an den Krankenhäusern seien bereit, bei den Medizinstudierenden "Überzeugungsarbeit" zu leisten, berichtete Dr. Mark Tanner aus Nördlingen, Vorsitzender des Praxisnetzes, bei einer Pressekonferenz der Gemeinschaft Fachärztlicher Berufsverbände (GFB) Bayern zum landesweit 5. Aktionstag der Fachärzte.

Dazu sollen Famulatur- und PJ-Plätze sowie Weiterbildungsstellen in den Praxen des Netzes und an den Krankenhäusern in der Region geschaffen werden. Auch um Wohnmöglichkeiten und um eine angemessene Bezahlung wolle man sich kümmern, berichtete Tanner. Denkbar sei eine Vernetzung mit bestehenden Förderprogrammen.

Ländlicher Raum ist für junge Ärzte oft wenig attraktiv.

Auslöser für die Initiative war die Schließung von vier hausärztlichen Praxen kurz hintereinander, weil keine Nachfolger zu finden waren, erklärte Danner. "Wir haben die Befürchtung, das könnte einen Dominoeffekt auslösen. Deshalb muss was geschehen", sagte er.

Um den Nachwuchs für eine ärztliche Tätigkeit im ländlichen Raum zu gewinnen, sei auch die Kommunal- und Landespolitik gefordert, meinte Tanner. So seien finanzielle Anschubfinanzierungen notwendig, um die Kreditwürdigkeit junger Kollegen, die sich auf dem Land niederlassen wollen, zu fördern.

Zudem sollte an den Medizinischen Fakultäten ein Studienplatz-Kontigent speziell für solche Studenten geschaffen werden, die sich nach Abschluss ihrer Ausbildung mit einer eigenen Praxis im ländlichen Raum niederlassen wollen, regte Tanner an. Solchen Studenten könnten darüber hinaus Stipendien zur Verfügung gestellt werden, die sogar von der regionalen Wirtschaft gesponsert werden.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Unkonventionelle Strategien

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