Ärzte Zeitung, 22.07.2009

Eine Stiftung gegen den Ärztemangel im Osten

KV und Land Thüringen mit gemeinsamer Initiative / Förderung auch von Praxen

WEIMAR (tra). Eine gemeinsame Stiftung von KV und Land Thüringen soll helfen, die ambulante ärztliche Versorgung im Freistaat zu verbessern.

Die Erträge aus dem Grüdungsstiftungskapital von 170 000 Euro sollen viele Töpfe füllen. Fördergelder sollen an Einzelpersonen und Einrichtungen vergeben werden. Zunächst wird ein Stipendium für Medizinstudenten ausgelobt, die sich nach der Ausbildung in unterversorgten Gebieten Thüringens niederlassen wollen, teilte die KV mit.

Das Land Sachsen hatte bereits im vergangenen Wintersemester ein solches Modell entwickelt. Zuwendungen können auch Ärzte im Praktischen Jahr erhalten oder Medizinstudenten, die Famulaturen in Praxen niedergelassener Ärzte absolvieren. Auch die berufsbezogene ambulant-ärztliche und psychotherapeutische Weiterbildung ist zur Förderung vorgesehen.

Die Stifter wollen auch KV-geführte Hausarzt-Praxen unterstützen, die die Körperschaft in unterversorgten Gebieten betreibt, sagt KV-Vize Sven Auerswald. Auch kommunale Angebote im ländlichen Raum kommen für eine Förderung prinzipiell in Frage. Einen zunächst nicht näher bezifferten Anteil der Erlöse wird die KV selbst nach eigenen Angaben erhalten, um den Sicherstellungsauftrag erfüllen zu können.

Die Initiatoren wollen weiteres Stiftungskapital sammeln. Spender sollen helfen, den Grundstock aufzufüllen. "Wir hoffen auf die Beteiligung einer Vielzahl von Institutionen und Privatpersonen", appellierte Sven Auerswald an potenzielle Spender. Auch etwaige Gewinne aus den von der KV betriebenen Praxen fließen an die Stiftung zurück. In die Gründungssumme hat die KV einen etwas größeren Teil eingebracht. Prozentangaben wurden jedoch vorab nicht bekannt gegeben. Dem Stiftungsbeirat werden zwei KV-Vertreter und ein Mitarbeiter des Gesundheitsministeriums angehören. Die nach der offiziellen Gründung am Mittwoch notwendige Genehmigung der Stiftung durch das Thüringer Innenministerium als Aufsichtsbehörde gilt als Formsache.

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