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Ombudsleute regen häufigeren Kontakt von Ärzten zu Angehörigen an

Die Unterstützung von Angehörigen wird nach Beobachtung von Patientenombudsleuten zu selten genutzt.

Dirk SchnackVon Dirk Schnack Veröffentlicht:

BAD SEGEBERG. Mit der Hilfe von Ombudsleuten können auch Kommunikationsdefizite vermieden werden. Sechs Tage lang hatte der Ehemann vergeblich versucht, den behandelnden Arzt seiner Frau im Krankenhaus zu sprechen. Das Gespräch war dringlich, weil beim Anlegen einer Infusion ein schwerwiegender Fehler unterlaufen war. Erst als sich der Mann an den Patientenombudsverein wandte, kam es zu einem Gespräch.

Nach Erfahrungen von Patientenombudsmann Jens-Hinrich Pörksen ist dies kein Einzelfall - Angehörige würden von Ärzten und Pflegekräften zu selten einbezogen. Schlimmer noch: "Sie werden nicht wahrgenommen und beiseitegeschoben”, schreibt Pörksen im aktuellen Jahresbericht des Vereins Patientenombudsmann/-frau Schleswig-Holstein.

Pörksen regte deshalb an, dass Ärzte und Pflegekräfte den Kontakt zu den Angehörigen der Patienten intensivieren, sie besser informieren und ihre Unterstützung stärker als bislang in Anspruch nehmen.

"Vielleicht ist es in unserer älter werdenden Gesellschaft notwendig, dass in der Ausbildung von Ärzten, Schwestern und Pflegern und in der Organisation der Arbeit im Krankenhaus die Kontakte zu den Angehörigen von Patienten eine größere Rolle spielen sollten", schreibt Pörksen. Insgesamt weist der Jahresbericht für 2008 über 1200 Fälle aus, in denen die vier Patientenombudsleute im Norden eingeschaltet wurden, weil es zu Problemen zwischen Patienten oder Angehörigen bei einer Behandlung gekommen war.

Am häufigsten traten - wie schon in den Vorjahren - Kommunikationsdefizite auf (282 Fälle). In 265 Fällen wurden die Ombudsleute wegen eines Verdachts auf Behandlungsfehler eingeschaltet. Häufige Themen waren auch Verordnungen (179), Rechtsfragen (135) und Abrechnungen (112). Am meisten hatten die Ombudsleute in den Arztpraxen zu tun - nämlich in 491 der 1253 Fälle.

314 Mal wurden die Ombudsleute im Krankenhaus eingeschaltet, 197 Mal bei Kassen oder beim Medizinischen Dienst. Dessen Arbeit ist nach Beobachtung der Ombudsleute verbesserungswürdig. Ombudsfrau Siegrid Petersen regte individueller abgefasste MDK-Gutachten sowie eine stärkere Einbeziehung der behandelnden Ärzte in die Entscheidungsfindung an. Außerdem wünschen sich die Ombudsleute, "dass das Vertrauen der Patienten zu ihren Kassen durch freundlich zugewandte, hiflsbereite, verständnisvolle Mitarbeiter wachsen kann.”

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