Direkt zum Inhaltsbereich

Ärzte fordern mehr Rückenwind für Sozialpädiatrie

Vor 100 Jahren ist die Sozialpädiatrie als neue medizinische Disziplin eingeführt worden.

Veröffentlicht:

MANNHEIM (ras). Die Bilanz der Disziplin kann sich aus Sicht der Deutschen Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin (DGSPJ) sehen lassen, auch wenn das Fach bis heute um die Anerkennung der Zusatzbezeichnung Sozialpädiatrie ringt. Darauf hat Dr. Helmut Peters bei der Jahrestagung der DGSPJ in Mannheim hingewiesen.

Es sei überfällig, dass mit der Etablierung der Zusatzbezeichnung der Komplexität der Sozialpädiatrie auch in der Weiterbildung entsprochen werde. Nur so wird es nach Ansicht von Peters möglich sein, eine qualitativ hochwertige sozialpädiatrische Versorgung sicherzustellen. Da sich gerade bei Kindern und Jugendlichen somatische von seelischen Erkrankungen nur schwer abgrenzen ließen, sei eine gemeinsame Plattform von Kinder- und Jugendpsychiatern und Sozialpädiatern wünschenswert. Solche Synergien sind für Peters in Zeiten, in denen auch in diesen Fachgebieten der ärztliche Nachwuchs ausbleibe, überfällig.

DGSPJ-Präsident Hans-Michael Straßburg erinnerte daran, dass bereits 130 Sozialpädiatrische Zentren (SPZ) in Deutschland etabliert sind, die pro Jahr über 200 000 Kinder mit Entwicklungsauffälligkeiten, chronischen Krankheiten und Behinderungen behandeln. Eine qualifizierte sozialpädiatrische Therapie sei erforderlich, weil die Prävalenz von Entwicklungsauffälligkeiten, Verhaltensproblemen, Teilleistungsstörungen wie ADHS und Adipositas in Deutschland bei 20 Prozent liege.

Viele dieser Störungen könnten nur in den interdisziplinär ausgerichteten SPZ behandelt werden, erläuterte Straßburg. Allein aus diesem Grund müsse die Sozialpädiatrie 100 Jahre nach ihrer Gründung mehr denn je ausgebaut und durch die Anerkennung der Zusatzweiterbildung gestärkt werden.

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Beitragssatzstabilisierungsgesetz

GKV-Sparpaket: Mehr Geld vom Bund und Aufschub fürs Pflegebudget

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

© Pinit / stock.adobe.com / generiert mit KI

Pädiatrische cholestatische Lebererkrankungen

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mirum Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München

Chronisch kranke Kinder

Mangelernährung frühzeitig erkennen und konsequent angehen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Danone Deutschland GmbH, Frankfurt/Main
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Kombi schlägt Monotherapie

Diese Blutdrucksenker werden am besten vertragen

Blutbildveränderungen

Ursachenfindung der Leukozytose: Reaktiv, Infektion oder Leukämie?

Lesetipps
Ein Fußballspieler hält sich seinen Knöchel, ein Helfer assistiert ihm.

© massimhokuto / stock.adobe.com

Orthese selten nötig

Das ist bei Sprunggelenksverletzungen zu beachten

Eine Frau sitzt auf dem Bett und hält sich eine Wärmflasche auf den Bauch.

© Halfpoint / stock.adobe.com

Schmerzen verhindern

Das sind die aktuellen medikamentösen Ansätze bei Endometriose