Ärzte Zeitung, 11.09.2009

Weiter Gewichtsprobleme bei Berliner Schülern

Gesundheit von Kindern hängt immer noch von Sozialstatus ab / Impfrate bei Hepatitis B und Masern gestiegen

BERLIN (ami). Entgegen der von der Landesgesundheitskonferenz vereinbarten Gesundheitsziele, hat sich der Gesundheitszustand der Berliner Schulanfänger nur teilweise verbessert.

Das zeigt der Bericht des Senatsgesundheitsverwaltung zu den Einschulungsuntersuchungen 2008. Fortschritte gibt es aber beim Impfen und der Wahrnehmung der Vorsorgeuntersuchungen. Der Anteil der Schulanfänger mit vollständiger Impfung gegen Hepatitis B stieg von 88,5 Prozent im Jahr 2005 auf 92,8 Prozent im vergangenen Jahr. Mindestens eine Masern-Impfung wiesen 95,2 Prozent der Kinder auf (2005: 93,5 Prozent). Immerhin 78,2 Prozent der Kinder waren bei allen Früherkennungsuntersuchungen von der U1 bis zur U8. Im Jahr zuvor lag ihr Anteil bei 76,1 Prozent.

Verbesserungen verzeichnet der Bericht auch bei der Körperkoordination der Schulanfänger. Der Anteil der Kinder mit einer guten Körperkoordination hat seit 2005 von 68 auf 75 Prozent zugenommen. Das hat allerdings keinen Effekt auf das Gewicht der Kinder. Nach wie vor brachte mehr als jeder zehnte Schulanfänger zu viele Kilo auf die Waage (elf Prozent). Am häufigsten sind Kinder türkischer Herkunft betroffen (22 Prozent), gefolgt von den Kindern arabischer (17 Prozent) und osteuropäischer (14 Prozent) Herkunft.

Gesundheitssenatorin Katrin Lompscher kommt zu dem Ergebnis, dass das familiäre Gesundheitsverhalten je nach sozialer Lage der Familie und deren Herkunft noch immer sehr unterschiedlich seien. "Die meisten Kinder mit gesundheitlichen Problemen oder Risiken leben weiterhin in den Bezirken Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg und Neukölln", so die Senatorin. Insgesamt wurden 26 390 Schulanfänger untersucht.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Luftschadstoffe beeinträchtigen viele Organsysteme

Die Lunge gilt zwar als Eintrittspforte für Schadstoffe aus der Luft, kurz- und langfristige Gesundheitsschäden scheinen jedoch vor allem im Herzkreislaufsystem aufzutreten. mehr »

Kompromissvorschlag wieder zurückgezogen

Kaum verkündet, ist der Kompromiss zur Pflegeausbildung auch schon wieder vom Tisch. Die genauen Gründe sind unklar. mehr »

Für die Union ist Substitution von Ärzten kein Tabu

Nichtärztliche Gesundheitsberufe sollen stärker in die Versorgung eingebunden werden, fordert die Union. Ärztepräsident Montgomery benennt die Fallstricke für solche Pläne. mehr »