Ärzte Zeitung, 28.09.2009
Hohe Erwartung der Ärzte an Schwarz-Gelb
BERLIN (HL). Nach dem deutlichen
Wahlsieg der FDP, der nun eine konservativ-liberale Koalition
ermöglicht, erwarten Ärzte und ihre Organisationen
auch eine Wende in der Gesundheitspolitik: vor allem, dass eine "neue
Vertrauenskultur im Gesundheitswesen begründet wird", wie
Bundesärztekammer-Präsident Jörg Hoppe sagte.

Die Erwartungen der Ärzte an Schwarz-Gelb sind hoch.
Foto: Yuri Arcurs©www.fotolia.de
Sicherung der Freiberuflichkeit, der
Therapiefreiheit und der Versorgungsqualität, eine neue
Ordnung für den Wettbewerb zwischen Körperschaften
und Verbänden, aber Deregulation in einem
hochbürokratischen Gesundheitswesen - das sind Erwartungen,
die am Montag von Organisationen der Ärzte und der
Arzneimittelhersteller artikuliert wurden.
Niedergelassene Ärzte setzen auf eine deutlich
stärkere Rolle der FDP in der neuen Bundesregierung. Nach
Umfragen der "Ärzte Zeitung" wurde der liberalen Partei noch
vor der Union der Vorzug gegeben.

Eigene Situation verschlechtert sich? Das glauben die wenigsten Ärzte.
Nach einer Online-Umfrage des MKM-Marketinginstituts
(Lenggries) unter niedergelassenen Ärzten - bis zum
Montagmittag wurden rund 450 Antworten ausgewertet - erwarten 50
Prozent, dass die neue Bundesregierung grundlegende Reformen im
Gesundheitswesen vornehmen wird. Von dem Wechsel der Koalition erhoffen
sich viele niedergelassene Ärzte eine Verbesserung ihrer
Situation: 39 Prozent sind dieser Überzeugung, 52 Prozent
gehen von keiner Veränderung aus, nur neun Prozent glauben an
eine Verschlechterung.
Der Abwärtssog der SPD hat auch Ulla Schmidt
getroffen: Sie verlor ihr Direktmandat an den MB-Vorsitzenden Rudolf
Henke.
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