Ärzte Zeitung, 13.10.2009

KV Bayerns wirft Hausärzteverband Dumpingpreise vor

KV Bayerns wirft Hausärzteverband Dumpingpreise vor

MÜNCHEN (sto). Die beiden Impfungen gegen die Schweinegrippe werden den Ärzten in Bayern mit jeweils fünf Euro vergütet. Darauf haben sich die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) und die Krankenkassen bei einem Spitzengespräch im Bayerischen Gesundheitsministerium geeinigt (wir berichteten).

Die KVB hatte für die erste Impfung 7,67 Euro und für die Folgeimpfung fünf Euro gefordert. Dass das Honorar für die Ärzte nun deutlich unter der ursprünglich geforderten Summe liege, sei auf ein "unmoralisches Angebot" des Bayerischen Hausärzteverbands (BHÄV) zurückzuführen, erklärte der stellvertretende Vorsitzende der KVB, Dr. Gabriel Schmidt.

Der Hausärzteverband habe exklusiv der AOK Bayern angeboten, die beiden Impfungen gegen die Schweinegrippe für ein Honorar von je fünf Euro durchzuführen. Damit sei die ursprüngliche Verhandlungsposition der KVB nicht mehr zu halten gewesen.

Schmidt zeigte sich empört über das Verhalten des BHÄV, "der aus Machtkalkül die Interessen der bayerischen Ärzte an diesem Punkt verraten" habe. Mit seiner Dumpingpreisattacke habe der BHÄV den Hausärzten im Freistaat einen Bärendienst erwiesen, so Schmidt. Immerhin sei erreicht worden, dass das Impfhonorar ohne Abzug von Verwaltungskosten direkt an die Ärzte gehe.

Lesen Sie dazu auch:
Mahnungen gegen Schweinegrippe- Impfung nehmen zu
Schweinegrippe: Berliner Ärzte wollen nicht impfen

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
Die meisten Schweinegrippe-Erkrankten in Deutschland sind jünger als 25 Jahre

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Ärztefunktionäre ohne Bodenhaftung

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So schädlich fürs Herz wie Cholesterin

Depressionen steigern bei Männern das Risiko fürs Herz ähnlich stark wie hohe Cholesterinwerte oder Fettleibigkeit. Das ergab eine aktuelle Analyse der KORA-Studie. mehr »

Den Berg im eigenen Tempo erklimmen

Medizinstudentin Solveig Mosthaf fühlt sich im Studium manchmal, als würde sie einen steilen Berg hinauf kraxeln. Sie wünscht sich mehr Planungsfreiheit – und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen. mehr »

Positive HPV-Serologie bringt bessere Prognose

Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumor ist eine positive HPV-16-Serologie mit einem verbesserten Überleben assoziiert. Das bestätigt jetzt eine US-Studie. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Fünf-Jahres-Überleben sogar 67 Prozent höher. mehr »