Ärzte Zeitung, 25.11.2009

Kommentar

Rettungsassistenten den Rücken stärken!

Von Christiane Badenberg

Sollten Rettungsassistenten in sehr speziellen Notfällen die Möglichkeit haben, Opioide zu geben? Die Antwort muss lauten: Ja. Zwei gewichtige Gründe sprechen dafür: Bislang bewegen sich die Rettungsassistenten, wenn sie vor dem Notarzt eintreffen, häufig in einer rechtlichen Grauzone. Geben sie Medikamente, können sie sich der Kompetenzüberschreitung schuldig machen, verabreichen sie keine, könnte ihnen später unterlassene Hilfeleistung vorgeworfen werden.

Dieser Zustand ist unhaltbar für Menschen, die manchmal in Bruchteilen von Sekunden folgenschwere Entscheidungen treffen müssen. Entscheidend ist aber, dass sich unter anderem die Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutscher Notärzte, der Bundesverband der Ärztlichen Leiter der Rettungsdienste sowie Intensivmediziner und viele andere ärztliche Berufsverbände für eine entsprechende Änderung des Betäubungsmittelgesetzes aussprechen. Viele Menschen, die in diesen Verbänden arbeiten, kennen das Problem aus der täglichen Praxis und sie trauen den Rettungsassistenten unter bestimmten Vorgaben offensichtlich zu, kompetent entscheiden zu können. Da sollte kein Gesetz als Ausrede dazu dienen, die Rettungsassistenten im Stich zu lassen.

Lesen Sie dazu auch:
Assistenten sollen Opioide geben dürfen

Topics
Schlagworte
Berufspolitik (17369)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hypertonie in jungen Jahren erhöht Risiko für den Nachwuchs

Das Alter, in dem sich ein Bluthochdruck manifestiert, beeinflusst nicht nur die persönliche Prognose eines Patienten, sondern wohl auch das Erkrankungsrisiko seiner Kinder. mehr »

Medienanamese künftig Bestandteil der U-Untersuchungen?

Schon bei Babys und Kleinkindern machen sich die Folgen übermäßigen Medienkonsums bemerkbar. Das geht aus der neuen BLIKK-Studie hervor. Pädiater reagieren besorgt. mehr »

Deutsche überschätzen Ebola-Gefahr und unterschätzen Masern

Im Mittelpunkt medialer Berichterstattung stehen meist große globale Bedrohungen wie Ebola und Zika. Doch Experten haben ganz andere übertragbare Erkrankungen im Visier. mehr »