Ärzte Zeitung, 03.12.2009

Vergütung der Onkologen bleibt ein Vabanquespiel

POTSDAM (ami). Trotz Vereinbarung auf Bundesebene ist für die Onkologen in Brandenburg unklar, mit welcher Vergütung sie in diesem Jahr rechnen können. Der Grund: Die KV Brandenburg (KVBB) hat noch immer keinen Vertrag mit den Ersatzkassen für das dritte Quartal geschlossen.

Auf ein Angebot des Ersatzkassenverbands vdek vom August dieses Jahres hat die KVBB nach Angaben des Kassenverbands bis heute nicht reagiert. Das Angebot sah vor, dass die bis dahin deutlich höhere Vergütung der Ersatzkassen den neuen Gegebenheiten des Gesundheitsfonds angepasst wird. Der vdek schlug vor, die kassenübergreifende Umsetzung der Bundesregelung bereits für das dritte Quartal anzuwenden.

Andernfalls sollte die Ersatzkassen-Vergütung auf AOK-Niveau gesenkt werden. Die Differenzen zur bisherigen Ersatzkassenvergütung sind beträchtlich: Mehr als 500 000 Euro haben die Ersatzkassen pro Quartal gezahlt, die Vergütung auf AOK-Niveau hätte für die knapp 60 Onkologen in Brandenburg Einbußen von etwa 220 000 Euro zur Folge. Die Anwendung der Bundesregelung brächte rund 388 000 Euro, sodass sich die Verluste halbieren würden.

"Wir haben jahrelang die onkologische Versorgung in Brandenburg quersubventioniert. Aber auch die KV weiß, dass der Gesundheitsfonds eine neue Geldverteilung zwischen den Kassen schafft", sagte vdek-Sprecherin Dorothee Binder-Pinkepank der "Ärzte Zeitung". Nach Angaben des vdek hat die KV mit der AOK den niedrigen Vergütungssatz aus den Vorquartalen auch für das dritte Quartal wieder vereinbart.

Dennoch erklären sich die Ersatzkassen nun bereit, die Bundesregelung gegen sich gelten zu lassen - vorausgesetzt, die KV schließt für das vierte Quartal eine kassenübergreifende Vereinbarung und wendet die Bundesregelung an. "Die Ersatzkassen springen über ihren Schatten - im Sinn ihrer krebskranken Versicherten. Für uns ist völlig unverständlich, warum die KV nicht reagiert", so Binder-Pinkepank.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »