Ärzte Zeitung, 08.02.2010

Opposition im Landtag fordert neue Fluglärm-Studien

FRANKFURT/MAIN (ine). SPD, Grüne und Linke fordern in mehreren Städten im Einzugsgebiet des Frankfurter Flughafens eine Studie zu Gesundheitsrisiken durch Fluglärm.

Im Wiesbadener Landtag hatte die Opposition kürzlich eine epidemiologische Studie verlangt - die Regierungsfraktionen CDU und FDP hatten das Ansinnen zurückgewiesen.

"Der Landesregierung ist es nicht mal wert, circa 35 Cent pro Fluglärm geplagtem Hessen zu investieren, um herauszufinden, wo gesundheitliche Gefahren für die Menschen lauern", so die beiden Landtagsabgeordneten Nancy Faeser (SPD) und Kordula Schulz-Asche (Grüne) in einer Mitteilung. Nun seien die Städte gefordert, um eine Studie zu finanzieren.

Die Politikerinnen verweisen auf eine Studie von Professor Eberhard Greiser, Epidemiologe aus Bremen. Er hatte im vergangenen Jahr einen Zusammenhang zwischen Fluglärm und Herz-Kreislauferkrankungen für den Flughafen Köln/Bonn beschrieben. Danach haben Frauen ab 40 bei Fluglärm über 60 dB ein um fast 50 Prozent, Männer ein um fast 70 Prozent höheres Risiko, wegen KHK in einer Klinik behandelt zu werden, als Menschen aus Gebieten ohne Fluglärm (wir berichteten).

Für die Studie waren die Daten von mehr als einer Million GKV-Versicherten ausgewertet worden. Greiser sagte in einem Zeitungsbericht, dass eine ähnliche Studie für den Flughafen Frankfurt/Main innerhalb eines Jahres erstellt werden könne. Die Kosten schätzte er auf bis zu einer Million Euro.

In Hessen sind nach einem Gutachten des Regionalen Dialogforums mehr als 1,4 Millionen Menschen vom Fluglärm betroffen.

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