Ärzte Zeitung, 18.03.2010

Kliniken setzen bei der Suche nach Ärzten und Pflegenden auf Regierung

Es fehlt an Ärzten und an Geld - die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) sucht Lösungen für ihre Nöte bei der Politik.

Von Sunna Gieseke

BERLIN. Es waren fast alle namenhaften Protagonisten des Gesundheitswesens erschienen: Rund 800 Vertreter aus Politik, Gesundheitswirtschaft und Kliniken kamen zum Frühlingsempfang der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) in Berlin. "Da können wir die Gesundheitsreform gleich hier machen", witzelte Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler gleich zu Beginn seiner Rede.

Und schon kamen bei allen Anwesenden tatsächlich - trotz der noch frostigen Temperaturen - leichte Frühlingsgefühle auf. Schließlich freuten sich die Gastgeber ganz besonders darüber, dass die Mitarbeiter des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) so zahlreich erschienen waren. Diese neue Vertrautheit wurden dann auch ausführlich zelebriert. "Das ist ein kultureller Wandel im Miteinander", betonte DKG-Präsident Rudolf Kösters. Und: "Vertrauen muss die Grundlage für die Zusammenarbeit werden. Denn nur im politischen Miteinander können die Herausforderungen für die Krankenhäuser bewältigt werden." Die Dauerschelte gegen die Bundesregierung der letzten Wochen sei nicht gerechtfertigt gewesen, sagte Kösters.

Souverän, humorvoll und vor allem ohne Manuskript präsentierte Minister Rösler seine Rede vor versammelter Mannschaft des Gesundheitswesens und erntete auch dafür - ausnahmsweise - viel Lob. Doch die lockere Stimmung konnte nicht über die massiven Probleme im Krankenhaussektor hinweg täuschen. "Die Krankenhäuser sind eine tragende Säule der medizinischen Daseinsvorsorge und haben damit einen hohen volkswirtschaftlichen Nutzen", sagte Kösters. Dennoch gebe es gerade hier eine milliardenschwere Investitionslücke. Der Krankenhaussektor sei aber Innovations- und Beschäftigungsmotor. Dies müsse auch im BMG stärker anerkannt werden. Darüber hinaus hätten etwa zwei Drittel der Kliniken Probleme, Arzt- und Pflegestellen zu besetzen. Es sei nicht gerechtfertigt, die Verantwortung dafür allein den Krankenhäusern in die Schuhe zu schieben.

Rösler machte sich erneut für einen Bürokratieabbau in den Kliniken stark. Es sei jede Anstrengung wert, "wenn ein Arzt pro Tag eine Stunde mehr Zeit für seine Patienten hat". Die Leistungen im Krankenhaus sollten jedoch transparenter werden, damit ein Patient diese klar erkennen könne. Schließlich sei am Ende der mündige Patient ein wichtiges Korrektiv in der medizinischen Versorgung.

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