Ärzte Zeitung, 08.06.2010

Kinderwunsch soll kein Karriereknick sein

Fakultätentag empfiehlt mehr Flexibilität bei Arbeitszeiten / Höherer Einfluss auf politische Debatte

HANNOVER (bee). Mit mehr Familienfreundlichkeit im Studium und in der Weiterbildung sollen junge Eltern in Deutschland gehalten werden.

Der Medizinische Fakultätentag (MFT) empfiehlt auf der Jahrestagung in Hannover in einer Resolution, die Strukturen für junge Familien an den Hochschulen zu verbessern. Die Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen forderte die Fakultäten auf, mit mehr Ideen die jungen Familien in Deutschland zu halten.

Die neue niedersächsische Wissenschaftsministerin Johanna Wanka (CDU) forderte von den Fakultäten, sich bei der Vergabe der Medizinstudienplätze nicht nur auf die Abiturnote zu konzentrieren, sondern auch andere, bereits erworbene Fähigkeiten einzubeziehen. Außerdem sollten Ärzte verstärkt gemeinsam mit anderen medizinischen Berufen ausgebildet werden. So würden auch die Führungsqualitäten von künftigen Ärzten deutlich besser geschult. Erste Modelle für eine gemeinsame Ausbildung gebe beispielsweise in Hildesheim.

Professor Dieter Bitter-Suermann, Präsident des MFT, stellte klar, dass die Medizinischen Hochschulen mehr Gewicht in der politischen Debatte einfordern werden. In den Medizin Fakultäten in Deutschland arbeiten nach Zahlen der "Landkarte Hochschulmedizin", die der MFT im Sommer veröffentlichen will, rund 140 000 Beschäftigte.

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