Ärzte Zeitung, 07.07.2010

Tonsillotomie - HNO-Ärzte wollen Kassen gewinnen

DRESDEN (tt). Die HNO-Ärzte in Sachsen wünschen sich, dass mehr Krankenkassen die Operation von vergrößerten Gaumenmandeln übernehmen.

"Es ist lobenswert, dass die KKH-Allianz als Vorreiter ein Komplettpaket zur optimalen Versorgung ihrer kleinen Patienten geschnürt hat", sagt Dr. Sylvia Krug, Landesvorsitzende des Berufsverbandes der HNO-Ärzte. Und machte damit deutlich, dass sie eine Ausweitung des Angebots auf andere Kassen für nötig hält. Seit April gibt es in Sachsen einen Vertrag zwischen KKH und KV zur Versorgung von Kindern mit vergrößerten Gaumenmandeln.

In einer gemeinsamen Erklärung heißt es, es gebe hier "dringenden Handlungsbedarf". Die Tonsillotomie bei Kindern bis sechs Jahre ist nicht Bestandteil des Leistungskatalogs der GKV. Eltern müssten die Kosten für einen solchen Eingriff selbst tragen. An dem Tonsillotomie-Vertrag können HNO-Ärzte in Sachsen teilnehmen, die ambulante Operationen vornehmen. Die KKH zahlt nach eigenen Angaben für die Operation einschließlich der Anästhesie bis zu 800 Euro. Die komplette Entfernung der Mandeln im Krankenhaus koste zwischen 1500 und 2000 Euro.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Medikamente auch einmal beherzt absetzen!

Viele Ärzte scheuen sich, Medikamente abzusetzen - obwohl sie wissen, dass dies Patienten oft hilft. Neuseeländische Wissenschaftler haben zwei paradoxe Gründe dafür gefunden. mehr »

Geht's auch etwas modischer in der Klinik?

Unsere Bloggerin Dr. Jessica Eismann-Schweimler hat Verständnis für die Klinik-Kleidungsvorschriften. Doch mit ein klein wenig Fantasie könnte man auch den unvermeidlichen Kasack hübscher gestalten, meint sie. mehr »

Sport im Alter schützt vielleicht vor Demenz

Dass Sport nicht Mord bedeutet, wissen Forscher schon lange. Jetzt haben Alters- und Sportwissenschaftler messen können, wie Sport das Gehirn im Alter verändert. Dient Fitness als Demenzprävention? mehr »