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Patienten gehen häufig zu spät zum Ohrenarzt

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BERLIN (af). Jeder sechste Mensch in Deutschland ist schwerhörig. Ein Drittel der über 65-jährigen hört schlecht. Der Wirtschaft in Europa entsteht durch Schwerhörigkeit ein Produktivitätsverlust von jährlich 213 Milliarden Euro.

Diese Zahlen nannte Dr. Roger Radke, Chef der Audiologischen Sparte von Siemens, beim Zukunftsforum Langes Leben in Berlin. Gründe seien das Hören zu lauter Musik per Kopfhörer, Lärmbelastung im Alltag und Übergewicht. Zwischen sieben und zehn Jahren zögerten die meisten Betroffenen, bevor sie einen Ohrenarzt aufsuchten, so Radke.

Dadurch riskierten sie einen Verlust an Lebensqualität bis hin zur Depression. Hörgeräte der Zukunft werden mit der Telekommunikationstechnik verbunden sein, sagte Radke.Hörgeräte kurierten aber nur das Symptom, so die Charité-Chefgerontologin Professor Elisabeth Steinhagen-Thiessen. Ärzte sollten bei der Diagnose Schwerhörigkeit immer auch an einen Defekt des zentralen Hörens denken. Dies könne bereits die erste Stufe einer Demenz signalisieren.

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