Ärzte Zeitung, 05.11.2010

Hoppenthaller empfiehlt Hausärzten den KV-Ausstieg

Der Bayerische Hausärzteverband forciert mit einem Aufruf an seine Mitglieder die geplante Ausstiegskampagne.

Hoppenthaller empfiehlt Hausärzten den KV-Ausstieg

BHÄV-Chef Dr. Wolfgang Hoppenthaller: Korruptes Zwangssystem der Kassenärztlichen Vereinigung.

© dpa

MÜNCHEN (sto). Der Bayerische Hausärzteverband (BHÄV) wird seinen Mitgliedern empfehlen, "aus dem korrupten Zwangssystem der Kassenärztlichen Vereinigung auszuscheiden".

Das hat BHÄV-Vorsitzender Dr. Wolfgang Hoppenthaller in einem Offenen Brief an Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer angekündigt. Dieses Schreiben hat der BHÄV am Freitag bayernweit als Zeitungsanzeige veröffentlicht.

Seehofer sei es nicht gelungen, sein Versprechen einzuhalten und die hausärztliche Versorgung zu schützen, begründet Hoppenthaller die Ankündigung unter Hinweis auf die gesetzlichen Änderungen, die zum 1. Januar 2011 in Kraft treten sollen und durch die der Paragraf 73b de facto wieder abgeschafft werde.

Die Bestandsgarantie bis Mitte 2014 für bestehende Hausarztverträge sei nur eine "Beruhigungspille, um die Hausärzte Bayerns ruhig zu stellen", so Hoppenthaller.

Zugleich hat der BHÄV mehrere regionale Veranstaltungen angekündigt, bei denen bayernweit der Systemausstieg diskutiert werden soll. Den Anfang macht eine Veranstaltung am 10. November in der Stadthalle Bayreuth, den Abschluss bildet eine Veranstaltung am 13. Januar in Fürth.

Am 26. Januar soll dann bei einer Großveranstaltung in Nürnberg per Abstimmung über den Ausstieg entschieden werden.

Nach dem Ausscheiden aus dem KV-System werde der BHÄV "auf der Basis der jetzt noch gültigen Verträge" mit den Kassen freie Vollversorgungsverträge abschließen, kündigte Hoppenthaller in seinem Schreiben an Seehofer an.

Erst die hausärztliche Tarifhoheit auf Dauer und die Vertragspartnerschaft mit den Kassen auf Augenhöhe stelle für Hausärzte und für den hausärztlichen Nachwuchs eine Zukunftsperspektive dar.

Lesen Sie dazu auch:
Systemausstieg: Hausärzteverband braucht 60 Prozent Ausstiegswillige
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[08.11.2010, 12:06:43]
Dr. Jürgen Schmidt 
Von einem Pyrrhussieg zum anderen
Hopenthalers Misere besteht doch darin, dass er die Hausärzte in Selektivverträge ( letztlich auf Kosten anderer) mit ungewisser Laufzeit getrieben hat und nun einsehen muss, dass er die Stellung nicht halten kann, weil Politiker eben wankelmütig sind, oder sich die Machtverhältnisse ändern. Es war ein Fehler, die gemeinsame Selbstverwaltung zu spalten und damit zu schwächen.  zum Beitrag »

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