In Niedersachsen geht das Projekt MoNi an den Start

In zwei Modellregionen im Nordwesten übernimmt eine MFA die Aufgaben beim Hausbesuch.

Veröffentlicht:

HANNOVER (cben). Statt des Herrn Doktors kommt die freundliche MFA - in Niedersachsen startet im November das "Modell Niedersachsen" (MoNi). Es soll Hausärzte bei den Patientenbesuchen entlasten. Im Rahmen des Projektes schicken Hausärzte ihre MFA mit konkreten Aufgaben auf Hausbesuch.

Die Praxismitarbeiterinnen arbeiten also ausschließlich auf Weisung des Arztes. Dabei können sie Gesundheitsberatungen machen, Blutdruck und Blutzucker messen oder Medikamente nach Verordnung verabreichen, erklärte die KV Niedersachsen (KVN) als Initiatorin des Projektes. Patienten würden auf diese Weise umfassend versorgt, ohne dass Ärzte unter ständigem Zeitdruck zu Hausbesuchen unterwegs sein müssen, hieß es.

Die KVN hatte bereits im Mai um Bewerbungen für das Projekt gebeten. Gemeldet haben sich nur acht Ärzte, die nun auch mit ihren Mitarbeiterinnen am Projekt teilnehmen. In den zwei Modellregionen Vechta und Schneverdingen betreuen die KVN und die Krankenkassen - die AOK Niedersachsen, die BKKen, die Knappschaft und die Landwirtschaftliche Krankenkasse - das Projekt gemeinsam.

Wegen der Nachwuchsprobleme "wird es vor allem in den ländlichen Regionen Niedersachsens schon jetzt immer schwieriger, Hausarztpraxen zu besetzen. Ziel des Modells ist es daher, über eine Entlastung des Arztes den Beruf attraktiver zu machen, damit sich künftig wieder mehr Hausärzte in ländlichen Regionen niederlassen", sagte KV-Vorsitzender Eberhard Gramsch.

Die KVN rechnet mittelfristig mit mehr freien Arztsitzen als Nachfolgern. Die Kassen unterstützen die Initiative für zwei Jahre mit 200 000 Euro. Danach werde das Projekt evaluiert "und auf ganz Niedersachsen ausgerollt", so ein Sprecher der KVN.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Babylonische Sprachverwirrung

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Kolumne „Hörsaalgeflüster“

Medizin der Zukunft braucht mehr als Sonntagsreden

Das könnte Sie auch interessieren
Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

© KVNO

Schnell und sicher

Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

Anzeige | Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Herzinsuffizienz

HFrEF-Therapie: So sieht die optimale Therapie (derzeit) aus

Landessozialgericht Baden-Württemberg

Urteil: Vollkostenerstattung der TI war gesetzlich nie beabsichtigt

Lesetipps
Eine Frau fässt sich in den Hacken und verzieht das Gesicht.

© fizkes / Getty Images / iStock

Strukturelle Ursachen ausschließen!

Das sind die Red Flags bei Nackenschmerzen

Eine Frau hält eine Lupe über die Abbildung einer Gebärmutter.

© Gambar / stock.adobe.com

Humane Papillomviren

Nach Impfung: HPV-Screening nur zwei- bis dreimal im Leben?

Ein einbandagierter Fuß

© Patrick Bonnor / stock.adobe.com

Wundheilung

Ulcus cruris venosum: Was für die Kompressionstherapie wichtig ist