Ärzte Zeitung, 17.01.2011

Kommentar

Geradewegs in die nächste Sackgasse?

Von Jürgen Stoschek

Krankenkassen und Hausärzteverband in Bayern wollen wieder miteinander reden. Das ist gut so. Mehr war vom Hausärzte-Hearing, zu dem Bayerns Gesundheitsminister Markus Söder eingeladen hatte, allerdings auch nicht zu erwarten. Die Kündigungen der Hausarztverträge, der verpasste Systemausstieg des Bayerischen Hausärzteverbandes und die vielen gegenseitigen Beschimpfungen haben einen gewaltigen Scherbenhaufen hinterlassen.

Jetzt geht es darum, sich wieder auf gemeinsame Ziele zu besinnen. Das wird schwer genug werden. Denn wenn es um konkrete Verhandlungen geht, wird sich zeigen, dass es immer noch erhebliche Differenzen zu Inhalten und Struktur einer hausarztzentrierten Versorgung gibt - zwischen Ärzten, zwischen Hausärzten und Kassen und auch innerhalb der Kassenlandschaft selbst.

Einige Kassen haben bereits im Vorfeld neuer Verhandlungen signalisiert, dass sie einer besseren Vergütung nur bei nachgewiesenen Einsparungen zustimmen wollen. Auch wenn das Geld knapp ist: Eine Reduzierung der Gespräche auf reine Honorarverhandlungen könnte in die Sackgasse führen. Deshalb müssen alle Beteiligten ihre Fahrtrichtung rechtzeitig korrigieren.

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Söder schlichtet, Hausärzte und Kassen wollen wieder verhandeln

[17.01.2011, 19:19:44]
Maximilian Micka 
Weniger Geld für mehr Leistung und mehr Qualität....
Die Forderungen der Kassen, voran der AOK lassen mich an ein Shopping-Gebaren im Winterschlußverkauf denken:
Die reduzierte Ware soll noch mit einem Sonderrabatt versehen werden, dafür muß aber die Garantie über das Normalmaß verlängert werden.
Was für eine Einkaufshaltung ist das denn?
Wo soll es denn das geben?
Wir Hausärzte leisten seit Jahren eine hochqualitative medizinische Versorgung, rund um die Uhr.
Dürfen wir mal bitte erfahren wo unsere Versorgungsdefizite liegen? Dürfen wir mal bitte erfahren, welche Leistungen wir noch anbieten sollen, die Ihr Kassen uns dann nicht bezahlen wollt? Leistungen, die uns die KV verbietet abzurechnen, die wir nicht leisten können, weil sie unser Budget oder Regelleistungsvolumen sprengen.
Sollen wir unsere Patienten weiter ver-"IGeL"n, was die Patienten, aber nicht ihre Kasse leistet.
Ich zähle mich selbst zu einer jungen Generation Hausärzte. Ich habe eine hochqualitative Ausbildung in Praxis und Klinik hinter mir. Ich bin geprüft worden und mir wurde der Facharztstatus zuerkannt als Ausdruck meiner Befähigung, eigenständig meine Patienten fachgerecht zu versorgen. Ich nenne eine ordentliche Zahl an Fertigkeiten und Befähigungen mein eigen, die ich während meiner Ausbildung erworben habe und kaum eine wird nennenswert bezahlt. Wir führten bei uns freiwillig ein Qualitätsmanagement ein. Unsere Arbeit IST Qualität.
Nein, werte Kassenvertreter, so läuft es nicht!
Erst wird gezahlt was wir Hausärzte bisher leisten - und zwar ordentlich. Wer dann noch einen Nachschlag in den Leitungen haben will, muß ihn bezahlen! zum Beitrag »

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