Ärzte Zeitung, 26.01.2011

Kommentar

Ein angemessenes Honorar

Von Rebekka Höhl

Endlich ein Beschluss, der den Hausärzten zugute kommt. Und der die Versorgungssituation vor allem in den ländlichen Regionen berücksichtigt. Mit diesen Worten wäre fast alles zur neuen Vergütungsregelung bei Haus- und Heimbesuchen gesagt. Aber eben nur fast.

Den Mitgliedern des Bewertungsausschusses - vor allem den Kassen - ist es hoch anzurechnen, dass sie Ärzten, die sich die Zeit nehmen, ihre Patienten zu Hause oder in Heimen zu besuchen, für diesen Mehraufwand endlich auch ein realistisches Honorar zugestehen wollen.

Und eine Honorarsteigerung um ein Drittel ist schon ein deutliches Zeichen der Anerkennung. Ebenfalls anzurechnen ist dem Bewertungsausschuss, dass er die Besuchsleistungen nun außerhalb von RLV und QZV vergüten will.

Denn für viele Ärzte in ländlichen Regionen lag das Problem ja gerade darin, dass die Haus- und Heimbesuche zu den Leistungen im RLV zählten. Wer viele immobile, ältere Patienten zu versorgen hatte, der machte das bislang nahezu zum Nulltarif.

Nun kommt das berühmte Aber: Die dringenden Besuche außerhalb von Heimen, die ebenfalls bei einigen Landärzten für schlaflose Nächte sorgen, wurden dabei leider vergessen.

Lesen Sie dazu auch:
Ab 1. April mehr Geld für Haus- und Heimbesuche

Lesen Sie dazu auch den Bericht:
Bessere Vergütung für Betreuung im Heim

[27.01.2011, 17:52:09]
Dr. Christoph Schmülling 
Blauäugig
Sehr geehrte Frau Höhl,

sind Sie wirklich so naiv? Haben Sie das alte Spiel der KBV noch nicht durchblickt? Hier wird Umverteilung als Zugewinn tituliert - klappt immer wieder prima (siehe auch Kommentar von Herrn Kollegen Meuser).
Was mich aber noch tiefer bestürzt ist die Tatsache, dass Sie anscheinend 21 Euro für eine zeitaufwändige und qualifizierte ärztliche Leistung für ein angemessenes Honorar halten. Ich halte es für eine bodenlose Unverschämtheit.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. med. Christoph Schmülling
Facharzt für Innere Medizin zum Beitrag »

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